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Gratis-Internet im Stadtzentrum: Berlin will kostenloses WLAN für alle

Mit einem kostenfreien WLAN-Zugang innerhalb des S-Bahn Rings sollen die Berliner bald surfen können.

Mit einem kostenfreien WLAN-Zugang innerhalb des S-Bahn Rings sollen die Berliner bald surfen können.

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dpa

Berlin -

Nicht nur für Workaholics und Dauersurfer klingt es verlockend: Auf der grünen Wiese an der Spree sitzen, Laptop aufklappen und rein ins Internet. Frische Luft ist garantiert und trotzdem bleibt keine Email unbeantwortet – und das Ganze auch noch kostenlos.

Was sich viele Berliner seit Jahren wünschen, soll demnächst Wirklichkeit werden. Nachdem das 2006 ins Leben gerufene WLAN-Projekt für Berlin 2010 zunächst scheiterte, will das Land nun in einem Interessenbekundungsverfahren einen Kooperationspartner suchen. Bis Ende Oktober können sich interessierte Firmen mit ihren Angeboten bei der Senatskanzlei melden.

Problem Laternenmasten

„Das WLAN soll langfristig einmal so selbstverständlich wie Fernsehen oder Radio genutzt werden können“, sagt Vize-Senatssprecher Bernhard Schodrowski. Zunächst solle es nur an zentralen Orten in der Stadt angeboten werden. Ein flächendeckendes Angebot in der ganzen Stadt bleibt zunächst Zukunftsmusik. Eine Versorgung innerhalb des S-Bahn-Ringes sei jedoch denkbar, so Schodrowski. Einen Termin gibt es noch nicht. Das hänge vom künftigen Betreiber ab.

Bezahlen soll den kostenlosen kabelfreien Internetzugang dann allerdings der Anbieter. „Eine unmittelbare finanzielle Förderung erfolgt nicht“, heißt es im sogenannten „Interessenbekundungsverfahren“. Anbieter könnten durch kostenpflichtige Zusatzangebote verdienen. Nur über die Nutzungsgebühren, etwa für das Installieren von Sendegeräten auf öffentlichem Straßenland, würde der Senat mit sich reden lassen, sagt Sprecher Schodrowski. Für eine möglichst flächendeckende Versorgung sollen auch vernetzte WLAN-Zugänge, sogenannte mesh networks, mit anderen Betreibern möglich sein.

An den technischen Voraussetzungen war das Projekt im Jahr 2010 gescheitert. Damals waren ausschließlich die Straßenlaternen als Sendemasten im Gespräch. Aber die Hälfte von ihnen eigneten sich nicht für das Anbringen von WLAN-Antennen.

Pilotprojekt in der Testphase

Eine Möglichkeit, ein kostenloses WLAN bereitzustellen, hat unterdessen die Wall AG gefunden. Der Stadtmöblierer baute die WLAN Empfänger in die Berliner Bushaltestellen, Informationssäulen und öffentlichen Toiletten ein. Seit Ende Mai läuft mittlerweile das Projekt an mehr als 20 zentralen Standorten in der Stadt. Zum Beispiel am Hackeschen Markt, in der Friedrichstraße und am Hauptbahnhof. Für eine Nutzung des Netzes müssen sich Interessierte vorher mit einer App registrieren.

Wall-Sprecherin Valerie Bank zeigt sich mit dem bisherigen Verlauf des Projektes sehr zufrieden. „Mehr als 22.000 Apps zur kostenlosen Registrierung sind bisher heruntergeladen worden.“ Das sei eine sehr gute Halbzeitbilanz des Projektes, dessen Testphase Ende August ausläuft.

Finanziert wird das kostenlose Angebot zur Zeit ausschließlich von der Wall AG. Nach Projektende sollen die Ergebnisse ausgewertet und das System möglicherweise noch verbessert werden. Dann werde entschieden, ob die Firma das Angebot weiterhin zur Verfügung stelle. Auch eine Teilnahme am vom Land Berlin ausgeschriebenen Interessenbekundungsverfahren wird von Wall erwogen. Schon 2011 hatte die Wall AG ein Angebot zum freien WLAN unterbreitet. 300 mit WLAN ausgestattete Buswartestellen sollten an den zentralen touristischen Punkten für freien Internetzugang sorgen. Das Angebot werde noch vom Senat geprüft, sagt Bank.

Erst einmal wird das Erfolgsprojekt der Wall AG jedoch weitergeführt. Am nächsten Donnerstag wird das Gratis-WLAN in Spandau eingeweiht. Dort konnte die Antenne dafür an einer öffentlichen Toilette in der Altstadt installiert werden. Rund um die Altstadt kann dann auch dort kostenlos gesurft werden.



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