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Großflughafen BER: Kosten stiegen um 120 Prozent

120 Prozent teurer als ursprünglich geplant: das Terminal, zu dem dieses eingepackte Schild den Weg weist.

120 Prozent teurer als ursprünglich geplant: das Terminal, zu dem dieses eingepackte Schild den Weg weist.

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dpa

Das einzige, was am neuen Schönefelder Flughafen BER abhebt, sind die Kosten. Jetzt sind dazu neue Einzelheiten bekannt geworden. Nach Informationen der Berliner Zeitung haben sich die Kosten für das Herzstück des künftigen Hauptstadt-Flughafens, den Terminal, um 120 Prozent erhöht. Wurden 2005 noch 499 Millionen Euro für das zentrale Empfangsgebäude veranschlagt, summierten sich die Ausgaben im vergangenen Jahr schon auf 1,102 Milliarden Euro. Das geht aus internen Unterlagen hervor.

Selbst wenn man berücksichtigt, dass der Terminal größer gebaut worden ist als anfangs projektiert, ergeben sich hohe Kostensteigerungen. 2005, als noch 220 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche geplant waren, beliefen sich die Quadratmeterkosten auf 2 268 Euro. 2012, als in Schönefeld rund 360 000 Quadratmeter entstanden waren, wurden sie auf 3 060 Euro beziffert.

Ein weiterer Kostenanstieg ist nicht ausgeschlossen. Zwar ist der neue Terminal in Schönefeld keine Baustelle mehr, wie Flughafenchef Hartmut Mehdorn sagte. Zu 98 Prozent sei das Gebäude fertig. Doch die restlichen zwei Prozent seien eine Herausforderung. So müssten der Nord- und der Südpier, die beiden seitlichen Anbauten, mit zwei dezentralen Sprinkleranlagen ausgestattet werden, sagte er. „Die Baubehörden hatten vor drei Jahren darauf hingewiesen, dass eine zentrale Sprinkleranlage nicht ausreicht, es müssten weitere Anlagen eingebaut werden. Aus für mich unvorstellbaren Gründen ist dies nicht passiert.“

„Das macht uns Mühe“

Das zentrale Problem, an dem derzeit mit Hochdruck gearbeitet werde, sei jedoch die Integration der EDV-Systeme – dazu gehören die Steuerungen der Türen sowie der Alarm- und Brandschutzanlagen. „Da tun wir uns zurzeit schwer, das macht uns eine gewisse Mühe“, berichtete Mehdorn. „Jeder, der sich schon einmal mit einem solchen Thema auseinandersetzen musste, weiß, wie schwierig das ist.“ Zuständig sei Alcatel-Lucent, ein weltweit tätiger Anbieter von Telekommunikations- und Netzwerkausrüstungen. Im Juli geht Mehdorn auf eine weite Reise nach Kalifornien, um mit dem Vorstand über die Probleme am BER zu sprechen. „Dann fliege ich nach Palo Alto“, sagte er.

Nach dem bisherigen Stand soll der neue Schönefelder Flughafen 4,3 Milliarden Euro kosten – inklusive Lärmschutz für die Anwohner. Wie teuer er tatsächlich wird, will Mehdorn im Herbst 2013 mitteilen.


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