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Großflughafen Schönefeld: Doppelte Premiere

Noch gesperrt: Die neue Landebahn soll bis zur Eröffnung tabu sein.

Noch gesperrt: Die neue Landebahn soll bis zur Eröffnung tabu sein.

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Gerd Engelsmann

Schönefeld -

Unklar ist noch, ob die Starts gegen 6 Uhr, wie zunächst angedacht, oder schon um 5.30 Uhr erfolgen. Das wäre nach der Nachtflugregelung der frühest mögliche Zeitpunkt. Als erstes ankommende Flugzeug wird wenig später eine Maschine von Easyjet erwartet. Von den drei Luftfahrtgesellschaften, die am Donnerstag die Planungen bestätigten, verspricht sich die Flughafengesellschaft die wichtigsten Impulse für die Entwicklung des neuen Airports.

Die neue, 4.000 Meter lange südliche Bahn weckt die Begierde vieler Piloten, die dort gern als erste aufsetzen würden. 30 Meter große weiße Kreuze aus Reifen, die aus der Luft gut zu sehen sind, sollen illegale Landungen verhindern. „Die Kreuze werden sehr kurzfristig abgebaut, denn es wird dort keine Probestarts und -landungen geben“, sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel. „Und wer es trotz der Kreuze versucht, begeht eine Straftat.“

Lufthansa will sich stärker engagieren

Die Ziele der Erstflüge stehen noch nicht fest. „Wir werden aber an diesem Tag auf alle Fälle einen Airbus A 380 einsetzen, ob als Sonder- oder als Linienflug steht noch nicht fest“, sagte Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber am Donnerstag.

Das Großraumflugzeug, das neunte der Lufthansa-Flotte, soll im April oder Mai ausgeliefert und dann auf den Namen „Berlin“ getauft werden – auch wenn es seinen Heimatflughafen in Frankfurt/Main haben wird. Denn regelmäßige A 380-Flüge wird es von und nach Berlin auch künftig nicht geben.

Doch die Lufthansa hatte bereits im November angekündigt, dass sie ihr Berlin-Engagement deutlich ausweiten wolle. So soll die Zahl ihrer Destinationen mit der BER-Eröffnung von 8 auf 38 steigen. Dabei handelt es sich mit Ausnahme von Beirut und Tel Aviv ausschließlich um Ziele in Europa. „Ab Juni werden wir 15 Airbus A 319 und A 320 ständig am BER stationieren, die in unserer neuen Halle auch gewartet werden“, sagte Weber. Weitere 20 Flugzeuge, die nur von oder nach Berlin fliegen, sollen an anderen Flughäfen untergebracht werden. Insgesamt will die Lufthansa am Standort Berlin etwa 500 neue Arbeitsplätze schaffen, darunter 130 für Piloten. Auf Kritik stößt allerdings das Vorhaben, 230 Flugbegleiter als Leiharbeiter über den Personaldienstleister Aviation Power einzustellen.

Easyjet darf als erster aufsetzen

Die kriselnde Air Berlin kündigt für den Sommer 70 Nonstop-Ziele an, etwa soviel wie im Vorjahr. Neu im Programm sind wöchentlich drei Direktflüge nach Los Angeles sowie zwölf Flüge nach Gdansk/Danzig. Auch New York, bisher vier Mal im Wochenflugplan, soll ab Juni täglich angeflogen werden. „Wir wollen vor allem mehr Umsteigeverkehr anbieten“, sagte Air Berlin-Sprecherin Claudia Löffler. Gab es 2011 in Tegel etwa 9.000 Anschlussverbindungen in der Woche, so sollen es in Schönefeld 10 500 sein. In Stoßzeiten würden dann bis zu 27 Flugzeuge pro Stunde starten oder landen – in Tegel waren es im Vorjahr 24.

Auch Easyjet treibt seine Planungen voran. „Wir wissen aber noch keine Details“, sagte eine Easyjet-Sprecherin. Sicher sei bisher, dass Rhodos und Mykonos als neue Ziele angesteuert werden. Dass am 3. Juni eine Easyjet-Maschine als erste auf der neuen Landebahn aufsetzen darf, soll als Dank für das Engagement des Billigfliegers verstanden werden. Easyjet ist schon jetzt in Schönefeld zu Hause und beansprucht künftig am BER das ganze Nordpier für sich.