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Grün Berlin GmbH übernimmt: Der Spreepark öffnet wieder

Das Wahrzeichen des Spreeparks. Langsam verkommt es.

Das Wahrzeichen des Spreeparks. Langsam verkommt es.

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Andreas Bez

Am Riesenrad im Spreepark bewegen sich die Gondeln wie von Geisterhand geführt im Herbstwind. Dem weißen Kunststoffschwan, auf dessen Rücken man einst durch Wasserkanäle glitt, fehlt der Kopf. Verschimmelte Zeltplanen und verkohlte Balken türmen sich gleich nebenan. Gut 14 Jahre nachdem Berlins einziger Vergnügungspark im Plänterwald geschlossen wurde, liegt das Areal immer noch brach. Doch jetzt rückt ein Neuanfang näher: Anfang 2016, teilte Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) am Montag bei einem Vor-Ort-Besuch mit, werde die landeseigene Grün Berlin GmbH den Spreepark übernehmen. Wenn alles klappt wie geplant, könnte der Park noch im selben Jahr öffnen.

„Es wird dort aber keinen klassischen Vergnügungspark mehr geben“, so der Senator. Das Gelände soll „mit einem minimalistischen Konzept“ der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden. Das heißt, es wird vor allem ein Natur- und Erholungspark sein. Einer zum Spielen, vielleicht auch einer mit Kultur, aber vor allem einer, in dem Spuren der Geschichte zu finden sind. Das Riesenrad zum Beispiel soll stehenbleiben. „Es wird auch nicht alles beseitigt, was in den letzten Jahren gewachsen ist, verwunschene Ecken wird es weiter geben“, so der Senator. Das detaillierte Konzept werde man Grün Berlin überlassen. Dort müsse entschieden werden, ob es wieder Sommerkulturfestivals gibt und ob sich zu bestimmten Anlässen auch wieder Karussells drehen.

Bei Grün Berlin hieß es, man orientiere sich am Landschaftspark Duisburg-Nord. Das einstige Zechenareal ist vor allem wegen seiner Industriedenkmale ein viel besuchtes Touristenziel. Ein vergleichbarer Ort in Berlin wäre das Schöneberger Südgelände mit seiner Eisenbahn-Vergangenheit. Für diese Naturfläche sind die Experten von Grün Berlin zuständig, die in der Hauptstadt auch das Tempelhofer Feld, die Gärten der Welt, den Britzer Garten und den Gleisdreieck-Park betreuen.

Der Vertrag soll im Dezember unterzeichnet werden. Bis zuletzt war strittig, wie viel Geld sich Berlin den Spreepark kosten lässt. „Wir können keine großen Sprünge machen“, so der Finanzsenator. Fürs Aufräumen, das etwa ein halbes Jahr dauere und bei dem nicht nur rostiges Metall entsorgt, sondern auch Giftstoffe aus der Erde geholt und andere Gefahrenquellen beseitigt werden müssten, stehen drei Millionen Euro zur Verfügung. Für den Betrieb soll es dann jährlich einen sechsstelligen Betrag geben.

Noch ein Ausflugsziel in Spreeparknähe wird wieder hergerichtet: Das Eierhäuschen, ein verfallenes Lokal am Spreeufer, wird für sieben Millionen Euro saniert. 2018 soll man dort wieder einkehren können.

Video: Der Spreepark im Plänterwald
Berlin, 22.07.2015: Nostalgie im Plänterwald: Der Spreepark. Berlin hat sich das Erbbaurecht für den verfallenen Spreepark im Plänterwald zurückgekauft. Jetzt soll der Park wieder für die Öffentlichkeit zugänglich werden. Wir waren an dem verlassenen Ort, an dem sich die Natur mehr und mehr ihr Recht zurückerobert.