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Hauptstadtflughafen BER: Mehdorn nennt Eröffnungstermin Ende 2014

„Wir sind soweit, dass wir zum Jahresende ziemlich präzise sagen können, wann es passiert mit der Inbetriebnahme“, sagte Mehdorn im Bauausschuss des Abgeordnetenhauses.

„Wir sind soweit, dass wir zum Jahresende ziemlich präzise sagen können, wann es passiert mit der Inbetriebnahme“, sagte Mehdorn im Bauausschuss des Abgeordnetenhauses.

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dpa

Berlin -

Es waren keine guten Nachrichten, die Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn am Mittwoch im Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses präsentierte. Zum Beispiel: Für das Projekt BER reicht das Geld nur noch bis zum Ende dieses Jahres. „Die genehmigten 4,3 Milliarden Euro werden wir sicherlich bis dahin aufgebraucht haben“, sagte Mehdorn.

Oder: Ähnlich lange wird es dauern, bis endlich feststeht, wann der neue Schönefelder Flughafen in Betrieb genommen wird. „Ende 2014 werden wir verbindlichen einen Termin nennen können“, sagte der BER-Chef. Vielleicht aber auch erst im Frühjahr 2015.

Zusätzliches Geld werde nötig, mahnte Mehdorn. „Wir müssen sehen, dass wir eine Finanzierung hinkriegen.“ Es gebe einen Mehrbedarf „bis zur Inbetriebnahme des Flughafens und darüber hinaus“. Er bekräftigte, dass am BER weiter gebaut werden muss, wenn dort schon Flugzeuge abheben. „Kein Flughafen ist fertig, auch woanders gibt es Wanderbaustellen.“ Außerdem werde der Schallschutz für die rund 24 700 Anwohnerhaushalte teurer: Mehdorn sprach von 730 Millionen Euro. Bisher waren dem Vernehmen nach nur 440 Millionen eingeplant.

Rund 150.000 Baumängel

„Wir sind unterwegs“, sagte der BER-Chef zum Baugeschehen. Erstmals bezifferte er die Zahl der Baumängel: rund 150.000, 30 Prozent seien ernst. „Doch deren Beseitigung ist nicht der kritische Weg, die Brandschutzanlage überschattet alles.“ Für ihren Umbau fand er einen Vergleich: „Wenn sie eine Strickjacke am Anfang mit dem ersten Knopf falsch zuknöpfen und dann oben angekommen sind, dann ist es eben so: Dann müssen sie erst alle Knöpfe aufmachen, bevor sie dann wieder neu ansetzen können.“

Rund 400 Beschäftigte seien auf der Baustelle tätig. „Wir sind nicht ganz im Terminplan, können aber noch Zeit aufholen.“ Immerhin: Der Pier Nord, der nördliche Teil des Terminals, ist fertig. Im Mai sollen die letzten der 150 Betriebsgebäude ebenfalls abgenommen sein, Ende des Jahres auch der Pier Süd. Doch es gebe immer wieder neue Herausforderungen, so Mehdorn. Zum Beispiel: „Das Raumnummern-System ist falsch. Die Zahlen haben nicht genug Stellen.“ Darum reichen zum Beispiel die Nummern für die dritte Etage nicht aus. Jetzt müssten alle Räume neu nummeriert werden, eine sehr umfangreiche Arbeit.

Das betreffe auch die zusätzlichen Planungen, die Behörden für den Schallschutz fordern. Nun würden auch Belüftungskonzepte verlangt, weshalb die letzten Bescheide wohl erst Mitte 2015 fertig würden. „Das war eine Schikane“, sagte Mehdorn. „Wir akzeptieren alle Regeln – bitten aber darum, sie rechtzeitig mitzuteilen.“ Er wisse: „Der Flughafen ist der Dödel der Nation. Aber irgendwann ist das Maß voll.“