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Hauptstadtflughafen: BER-Südlandebahn könnte früher öffnen

Start- und Landebahnen des neuen Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg-International.

Start- und Landebahnen des neuen Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg-International.

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dpa

Berlin -

Die Bundesregierung will in Kürze mit der EU-Kommission über die Planung und weitere Finanzhilfen für den Flughafen BER sprechen. Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) sagte am Freitag in Potsdam, dies sei am Mittwoch im Aufsichtsrat vereinbart worden. Die BER-Gesellschafter befürchten, dass Brüssel wegen der jüngsten Terminabsage sehr kurz nach der Bewilligung neuer deutscher Staatsbeihilfen verärgert reagiert und strengere Auflagen machen könnte. Die Gespräche mit Brüssel sollen bald beginnen, so Christoffers, „um nicht Irritationen aufkommen zu lassen“.

Am 19. Dezember hatte die Europäische Kommission den drei Flughafengesellschaftern erlaubt, weitere 1,2 Milliarden Euro zuzuschießen. Diese Genehmigung ist nun hinfällig, da der Starttermin auf unbestimmte Zeit verschoben ist. Brüssel ging von einer Eröffnung am 27. Oktober aus und verlangt, dass der BER möglichst bald rentabel arbeitet. Die Verhandlungen führt das Bundesverkehrsministerium.

Keine dritte Start- und Landeplan geplant

Vom neuen Finanzrahmen hängen laut Christoffers auch die Möglichkeiten ab, Investitionen am Flughafen vorzuziehen, um die Zeit bis zur Eröffnung zu nutzen. Priorität hätten dabei zusätzliche Gepäckförderbänder, die im Untergeschoss entstehen könnten, sagte der neue Aufsichtsratschef, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), im Potsdamer Landtag. Offen sei noch, ob weitere Kapazitäten zur Abfertigung am Terminal gebaut werden. Hinweise soll eine Prognose zur Entwicklung des Luftverkehrs in den kommenden Jahren geben. Klar sei, so Platzeck: „Es gibt keine Notwendigkeit für eine dritte Start- und Landebahn.“

Dagegen wird die künftige Nordbahn des BER, die bisher vom alten Flughafen genutzt wird, wohl früher als geplant grundüberholt. „Wir haben das der Flughafengesellschaft vorgeschlagen“, sagte Lothar Wiegand, der Sprecher des Infrastrukturministeriums. Bislang ist vorgesehen, die Nordbahn erst 2017/18, also nach der BER-Eröffnung zu sanieren. Dann könnte aber nur nachts und in kleinen Stücken gearbeitet werden, um die Bahn tagsüber nutzen zu können. Denn auf der neuen Südbahn allein lässt sich der Berliner Flugverkehr – 2012 mehr als 250 000 Starts und Landungen – nicht bewältigen.

140 Millionen Euro sollte die Sanierung kosten. Durch ein Vorziehen der Arbeiten ließe sich ein zweistelliger Millionenbetrag sparen, so Platzeck. Die Flugzeuge müssten dann die Südbahn nutzen. Luftverkehrsrechtlich sei das kein Problem, heißt es. Die neue südliche Bahn war mit einer Ausnahmegenehmigung schon während der Luftverkehrsmesse ILA im September 2012 für eine Woche in Betrieb.

Die Flughafengesellschaft prüft jetzt, welche Folgen eine vorgezogene Sanierung für die Betriebsabläufe hätte. Denn die Flugzeuge müssten weitere Wege rollen – zwischen Nord- und Südbahn liegen 1900 Meter.