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Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg: Neue Verzögerungen beim Flughafen BER

Noch lange nicht fertig: Im BER-Terminal gibt es weiterhin viel zu tun.

Noch lange nicht fertig: Im BER-Terminal gibt es weiterhin viel zu tun.

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dpa/ Patrick Pleul

Wie geht es weiter am BER? Wann werden die Bauleute endlich fertig? Dazu sollte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld dem Aufsichtsrat vor Weihnachten einen Zeitplan vorlegen. Doch es gilt als sicher, dass es dazu noch nicht kommen wird, wenn sich das oberste Gremium der Flughafengesellschaft in der nächsten Woche am Freitag in Tegel trifft. „Den aktualisierten Fahrplan zur Fertigstellung des BER wird es noch nicht geben“, hieß es in Aufsichtsratskreisen. Bei dem Projekt sind neue Verzögerungen aufgetreten.

Es geht um die Baugenehmigung für den neuen Schönefelder Flughafen. Dazu hat die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) im Laufe des Jahres zwei weitere Nachträge beantragt. Thema des inzwischen fünften Nachtrags ist der Umbau der Entrauchungsanlage, die das BER-Terminal bei Feuer von Qualm befreien soll. Der sechste Nachtrag, bei dem das Antragsschreiben rund 10.000 Seiten umfasst, befasst sich mit einer Vielzahl von Themen – etwa mit dem Einbau von Sicherheitslinien mit Ganzkörperscannern.

Bauordnungsamt prüft wohl im Januar

Das Bauordnungsamt des Landkreises Dahme-Spreewald hat deutlich gemacht, dass es sich erst dann intensiv mit den Anträgen befassen wird, wenn ein externer Fachmann alle Unterlagen geprüft hat. Doch die geforderte Planprüfung dauert offenbar viel länger als erwartet. „Sie ist immer noch nicht abgeschlossen“, war aus dem Aufsichtsrat zu hören. Zuletzt habe es geheißen, dass im November alles geprüft sein soll, dann war von Dezember die Rede. Jetzt werde von Januar 2016 gesprochen – allerdings ebenfalls ohne Gewähr.

Bevor nicht alle Pläne geprüft worden seien, gehe die Behörde nicht in die Details – und so lange sei nicht abschätzbar, wann die Genehmigungen erteilt werden und endlich gebaut werden darf. So lange könne BER-Chef Mühlenfeld nicht den gewünschten Zeitplan für die Fertigstellung liefern.

Trotz Genehmigungen drohen immer noch Risiken. Denn dann müssen die beantragten Baumaßnahmen verwirklicht werden, stehen Probeläufe und Abnahmen an. Darum könne weiterhin nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob der Flughafen wie vor einem Jahr angekündigt Ende 2017 öffnen kann. „Es gibt genauso viele Gründe, dass das in Gang kommt, wie Gründe, dass es nicht in Gang kommt“, hieß es im Aufsichtsrat. Damit lasse sich derzeit nicht ausschließen, dass der BER erst im Jahr 2018 an das Netz geht.

Rekord: 29 Millionen Fluggäste in Tegel und Schönefeld

In dem Gremium erwartet man, dass die Stunde der Wahrheit im April schlägt – wenige Monate vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus. Auch Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister und Vorsitzender des Flughafen-Aufsichtsrats, tritt zur Wahl an. „Für ihn wäre es ungünstig, wenn er bekannt geben müsste, dass die BER-Eröffnung erneut verschoben werden muss“, so ein Beobachter.

Rainer Bretschneider, Flughafenkoordinator des Landes Brandenburg und Vize-Aufsichtsratschef, äußerte sich abwartend. „Ich gehe weiterhin davon aus, dass das Szenario, das eine Eröffnung des Flughafens Ende 2017 für möglich hält, nach wie vor realistisch ist. Bislang liegen mir keine anderen Informationen vor“, teilte der Staatssekretär der Berliner Zeitung mit.

Der SPD-Politiker bemühte sich darum, auf ein positives Thema der nächsten Aufsichtsratssitzung hinzuweisen. So sei das Passagieraufkommen auf ein weiteres Rekordhoch gestiegen. „Nach dem derzeitigen Stand kann es sein, dass die Gesamtzahl der Fluggäste in Tegel und Schönefeld in diesem Jahr die 29 Millionen erreichen kann. Seit einigen Monaten beobachten wir in Schönefeld enorme Zuwächse, vor allem dank Ryanair.“ Im vergangenen Jahr wurden 27,96 Millionen Passagiere in Berlin abgefertigt.

Der Boom wirke sich auch auf die Bilanz der Flughafengesellschaft aus. „Die FBB wird 2015 mit einem deutlich besseren operativen Ergebnis abschließen, als dies erwartet worden war. Es liegt nach den aktuellen Prognosen vor allem deshalb über Plan, weil Sparmaßnahmen gegriffen haben und die Fluggastzahlen stark gestiegen sind“, sagte Bretschneider.



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