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Hausbesetzung in Lichtenberg: Polizei räumt besetztes Haus

In einer Pressemitteilung gaben die Aktivisten an, leerstehenden Wohnraum für obdachlose Familien zu besetzen.

In einer Pressemitteilung gaben die Aktivisten an, leerstehenden Wohnraum für obdachlose Familien zu besetzen.

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Björn Kietzmann

Die Polizei hat am Samstag ein nur wenige Stunden zuvor besetztes Haus in Berlin-Lichtenberg geräumt. Die gesamte Aktion sei friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher. Im Innern waren 14 Menschen, später wurden noch vier weitere auf dem Dachboden entdeckt. Alle 18 Aktivisten aus der linken Szene verließen freiwillig die leerstehende ehemalige Polizeiwache in der Nähe der Frankfurter Allee, sagte der Sprecher. Zeitweilig standen bis zu 80 Sympathisanten vor dem Haus.

In einer Pressemitteilung gaben die Aktivisten an, leerstehenden Wohnraum für obdachlose Familien zu besetzen. Sie waren nach Angaben der Polizei über einen durchschnittenen Zaun auf das Gelände gelangt. Dann brachen sie eine Tür auf, um in das Gebäude zu kommen. Die Polizei war an dem besetzten Haus mit rund 100 Beamten vor Ort. Der Eigentümer des Hauses, die Berliner Immobilienmanagement GmbH, stellte Strafantrag und verlangte die Räumung.

Von den Besetzern wurden Personalien aufgenommen. Gegen sie werden nun Anzeigen wegen Hausfriedensbruch gestellt. Eine Anzeige erging wegen Sachbeschädigung. Nachdem die letzten Besetzer das etwa 6000 Quadratmeter große Gelände am Samstag verlassen hatten, zerstreuten sich die Aktivisten und ihre Sympathisanten langsam. Die Polizei blieb zur Sicherheit noch stundenlang in der Gegend, hieß es am Sonntag.

Der Liegenschaftsfonds Berlin bietet das Grundstück derzeit zum Verkauf an. Darüber berichtete auch die „Berliner Morgenpost“ (Sonntag). Laut Exposé sollen Investoren preisgünstigen Wohnraum schaffen. Auch eine Kindertagesstätte soll einziehen.
Am Samstagmittag hatten laut Polizei zudem rund 130 Menschen rund um das Kottbusser Tor in Kreuzberg gegen die Verdrängung von Mietern protestiert. Zu der friedlichen Demonstration hatte das Bündnis Kotti & Co. aufgerufen. Berlin (dpa)