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Hellersdorf: Hochschule verlegt Vorlesungen ins Flüchtlingsheim

Linke Demonstranten protestieren gegen eine Versammlung von NPD Sympathisanten in Berlin-Hellersdorf mit Plakaten mit der Aufschrift "Refugees welcome".

Linke Demonstranten protestieren gegen eine Versammlung von NPD Sympathisanten in Berlin-Hellersdorf mit Plakaten mit der Aufschrift "Refugees welcome".

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dpa

Die Alice-Salomon-Hochschule bietet einige Lehrveranstaltungen jetzt im Flüchtlingsheim in Berlin-Hellersdorf an. Außerdem wollen zwei Studentinnen aus dem Bachelorstudiengang Soziale Arbeit Ende Oktober dort ihr Praxissemester verbringen. Die benachbarte Hochschule wolle so ein positives Zeichen für die Flüchtlinge setzen, persönliche Kontakte erleichtern und die Betroffenen selbst zu Wort kommen lassen, sagte Rektorin Prof. Theda Borde am Dienstag. „Als Hochschule für Soziale Arbeit, Gesundheit und Bildung sehen wir es als unsere gesellschaftliche Verantwortung, die Inklusion der Flüchtlinge in unserem Bezirk und in Berlin zu unterstützen.“

Das Flüchtlingsheim in der Carola-Neher-Straße war zu Beginn heftig umstritten. Die rechtsextremistische NPD hatte im Bundestagswahlkampf Befürchtungen und Ängste der Anwohner für sich instrumentalisiert und mehrmals gegen das Heim demonstriert.

Den Studenten steht im Heim ein Raum für 50 Personen mit Tafel, Beamer und PCs zur Verfügung. So können im Wintersemester 2013/14 regelmäßig Seminare wie „Sozialmedizinische und sozialpsychiatrische Grundlagen Sozialer Arbeit“, „Rassismus und Migration“ oder „Kritische Soziale Arbeit im gesellschaftspolitischen Kontext“ abgehalten werden. Englischsprachige Seminare wie „Foundation of Sociology“ (Grundlagen der Soziologie) oder die Abendveranstaltung „International and Refugee Health“ stehen auch den Flüchtlingen offen.

Aber auch der Hochschulchor werde einen Teil seiner Proben in die Flüchtlingsunterkunft verlegen, hieß es. Ferner dürfen Flüchtlinge von nun an jeden Freitagnachmittag das Computerzentrum der Hochschule nutzen. Auch die Bibliothek und das studentische Café stehen den Flüchtlingen offen. (dpa)