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Hellersdorfer Flüchtlingsheim: Unterstützer sollen Angst bekommen

Die ehemalige Max-Reinhardt-Oberschule in der Carola-Neher-Straße in Berlin-Hellersdorf wird derzeit in eine Flüchtlingsunterkunft umgebaut.

Die ehemalige Max-Reinhardt-Oberschule in der Carola-Neher-Straße in Berlin-Hellersdorf wird derzeit in eine Flüchtlingsunterkunft umgebaut.

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dpa

Berlin -

Noch wird am künftigen Flüchtlingsheim in Hellersdorf gebaut – aus Klassenräumen in dem 2008 geschlossenen Max-Reinhardt-Gymnasium entstehen Drei-Bett-Zimmer, Duschen werden ebenfalls eingebaut. Die Notunterkunft für die Menschen, die in der Einrichtung aufgenommen werden, soll schließlich allen baulichen und hygienischen Standards entsprechen. Wann sie eröffnet wird, sagt der Heimbetreiber PeWoBe GmbH nicht. „Nach Baufortschritt“, heißt es auf Anfrage. Zunächst würden 50 Menschen kommen, insgesamt soll für 200 Flüchtlinge Platz geschaffen werden. Bis 2014 soll, nach Umbau eines zweiten Gebäudes, voraussichtlich eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber mit 400 Plätzen geschaffen werden.

Dagegen läuft eine Bürgerinitiative Marzahn-Hellersdorf (BI) Sturm. Deren Initiatoren bleiben anonym und agieren nur im Internet über eine Facebook-Seite. Laut Verfassungsschutz wird die BI von Rechtsextremisten beeinflusst. Doch die Unterstützer für die Flüchtlinge werden immer mehr – über 19.600 Menschen hatten am Dienstagnachmittag bereits eine Online-Petition unterzeichnet. Mittlerweile werden anscheinend die Hintermänner der BI nervös – sie versuchen es nun mit Einschüchterung derjenigen, die sich pro Heim engagieren.

Das tun viele auch auf der Facebook-Plattform „Hellersdorf hilft Asylbewerbern“. Dort wurde der bündnisgrünen Bezirksverordneten Rafaela Kiene (22) durch die BI ein Ultimatum gestellt, ihr Engagement aufzugeben. Sie hat mittlerweile Anzeige bei der Polizei erstattet. Rafaela Kiene appelliert an alle, die sich gegen die Hetze der Bürgerinitiative gestellt haben: „Wir dürfen uns von solchen Androhungen nicht einschüchtern lassen.“

Sicherheitskonzept beraten

Inzwischen haben sich alle demokratischen Parteien im Bezirk darauf verständigt, die Menschen zu unterstützen, die in der früheren Schule unterkommen sollen. Gezielt soll das Gespräch mit Anwohnern gesucht werden, um Fragen zu beantworten und Vorurteile zu zerstreuen.

Am Donnerstag trifft sich die Parteienrunde zum dritten Mal, dann wird über ein mögliches Sicherheitskonzept diskutiert. Denn auf der Seite der BI waren immer wieder Kommentare zu lesen, die eine Bürgerwehr forderten oder auch davon sprachen, mit Gewalt vorzugehen. Das wurde zwar von den Seiten-Betreibern gelöscht, Screenshots existieren jedoch. „Wir beobachten das“, sagt Isabelle Kalbitzer, die Sprecherin des Berliner Verfassungsschutzes.



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