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Berliner Zeitung | Heydt Eins in Tiergarten: Luxus-Apartments für Pendler
20. October 2013
http://www.berliner-zeitung.de/1366788
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Heydt Eins in Tiergarten: Luxus-Apartments für Pendler

Ein wenig erinnert die Visualisierung des Heydt Eins an das berühmte Flatiron Building in New York City.

Ein wenig erinnert die Visualisierung des Heydt Eins an das berühmte Flatiron Building in New York City.

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BLZ

Berlin -

Der Projektentwickler Klaus Groth ist ehrgeizig, er weiß aber auch, dass irgendwann Schluss sein muss. Dieser Punkt ist jetzt am südlichen Rand des Großen Tiergartens erreicht. Er hat dort schon vor Jahren die CDU-Bundesgeschäftsstelle errichtet, auch die Firmenzentrale für das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG sowie Hunderte Luxuswohnungen etwa im Hofjäger Palais sowie im Diplomatenpark. „Wir schließen auf dem Köbis-Dreieck jetzt die letzten Baulücken“, kündigte Klaus Groth am Freitag an.

„Heydt Eins“ nennt Groth sein neues Haus direkt an der Von-der-Heydt-Straße. Es ist so etwas wie der Schlussstein seiner Bauprojekte beiderseits der Klingelhöferstraße zwischen Landwehrkanal und Tiergarten. Mit nur 66 Eigentumswohnungen, die bis zum Frühjahr 2015 entstehen sollen, ist dieser Schlussstein zwar vergleichsweise klein, aber nicht weniger exklusiv.

Zwischen 4500 und 6000 Euro pro Quadratmeter kosten die Wohnungen. Die meisten haben nur ein oder zwei Zimmer und sind um die 50 Quadratmeter groß. Nichts für Familien oder Normalverdiener, sondern für „Pendler, die international tätig sind, und Beschäftigte zum Beispiel der 42 Botschaften in dem Gebiet“, sagt Groth. Der Service eines Portiers gehört zum Luxus mit dazu.

Entworfen wurde das Wohnhaus mit vielen kleinen Balkonen vom Berliner Architekten Tobias Nöfer. Es werde das Stadtbild prägen, sagt er. Für die Fassade sieht er hellen Putz und einen Natursteinsockel aus Travertin vor. Den Innenhof gestaltet Nöfer mit Laubengängen, von dort geht es in die Wohnungen.

Richtfest an der Wallstraße

Etwa 26 Millionen Euro investiert Groth in das Gebäude, im November soll Baustart sein. Schlag auf Schlag geht es dann im kommenden Frühjahr: Auf dem Nachbargrundstück an der Von-der-Heydt-Straße errichtet Groth die Botschaft für die Philippinen, daneben, angrenzend an die KPMG-Zentrale, auch die Botschaft Aserbaidschans. Deren Kulturinstitut entsteht nur wenige Meter entfernt an der Klingelhöferstraße neben dem chinesischen Kulturinstitut. Dort ist zudem noch ein Erweiterungsbau für die Konrad-Adenauer-Stiftung geplant. Die Genehmigung dafür liegt inzwischen vor.

Auch wenn Groth bereits resümiert: „In den vergangenen 30 Jahren haben wir in dem Viertel 510 Millionen Euro investiert.“ Die Bauprojekte gehen ihm nicht aus. An der Wallstraße in Mitte hat er am Donnerstag gerade Richtfest für 100 Wohnungen gefeiert, von denen 91 verkauft sind. In der Nähe des Spittelmarktes entstehen weit mehr als 300 Wohnungen. Neue Wohngebiete plant Groth zudem an der Lehrter Straße, in der Europacity und am Mauerpark. Nur am Tiergarten ist es anders. „Ende 2015 können wir wohl sagen: Das ganze Quartier ist fertig“, so Groth.