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Humboldt-Forum: Stadtschloss-Rohbau soll 2014 stehen

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Berlin –  

Die Planung ist fertig, sodass der Rohbau schnell realisiert werden kann. Die Kanzlerin kommt nicht zur Grundsteinlegung. Denn nun gibt mit Bundespräsident Joachim Gauck einen neuen Hauptredner.

Sie ist leider verhindert. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine Einladung zur feierlichen Grundsteinlegung für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses ausgeschlagen. Wie die Berliner Zeitung aus Regierungskreisen erfuhr, ließ das Bundeskanzleramt mitteilen, die Kanzlerin könne aus terminlichen Gründen nicht an der Zeremonie teilnehmen, die für den Mai geplant war.

Das laut Kulturstaatsminister Bernd Neumann „größte Kulturbauvorhaben in Deutschland“ soll nun mit Unterstützung von Bundespräsident Joachim Gauck auf den Weg gebracht werden. Gauck fungiert als Schirmherr des Vorhabens. Weil der Bundespräsident im Mai keine Zeit hat, soll die Grundsteinlegung nun im Juni stattfinden.

Dass Merkel nicht zur Grundsteinlegung erscheint, kommt nicht wirklich überraschend. Die Bundeskanzlerin gilt ohnehin nicht als große Befürworterin des Vorhabens. Auf ihren Einfluss wird die Entscheidung in der Sparklausur der schwarz-gelben Koalition im Juni 2010 zurückgeführt, den Baubeginn für das Schloss um drei Jahre auf 2014 zu verschieben. Der Beschluss wurde von den Befürwortern des Schlosses erfolgreich unterlaufen. Sie setzten durch, dass die Planungen mit vorhandenen Mitteln weitergeführt werden konnten und der offizielle Baustart noch vor der  Bundestagswahl erfolgt.

So soll das Stadtschloss einmal aussehen, wenn es fertig ist.
So soll das Stadtschloss einmal aussehen, wenn es fertig ist.
Foto: Förderverein Berliner Schloss e.V./eldaco, Berlin

Auf den Zeitplan des Bauprojekts hat die verschobene Grundsteinlegung keine Auswirkungen. Die Baufirma Hochtief, die den Auftrag für den Rohbau erhalten hat, will im Frühjahr mit den Arbeiten beginnen. Bereits Ende dieses Jahres soll das Untergeschoss des neuen Schlosses (Humboldt-Forum) fertiggestellt sein, sagte Stiftungsgeschäftsführer Rettig. Ende des kommenden Jahres soll der Rohbau stehen. Für Anfang/Mitte 2015 ist das Richtfest geplant. Dann folgt der Innenausbau. Ende 2017, Anfang 2018 will die Stiftung Berliner Schloss – Humboldt-Forum den Bau fertiggestellt haben. Eröffnen soll das neue Schloss aber erst im Jahr 2019. Mehrere Monate muss das Haus eingespielt werden.

Dass der Bau nicht wie ursprünglich geplant im Jahr 2011 begonnen wurde, hat dem Projekt nach Angaben der Experten gut getan. Denn das Team um Architekt Franco Stella konnte so ohne Termindruck an den Plänen feilen. „Nichts ist für die Einhaltung von Kosten und Terminen gefährlicher, als eine Planung, die bei Baubeginn  noch nicht fertig ist oder die im Nachhinein noch geändert wird“, sagte Rettig.

So soll das Schloss Ende 2013 aussehen.
So soll das Schloss Ende 2013 aussehen.
Foto: Schloss-Humboldtforum/ Stella

Nach Darstellung der Baufirma Hochtief ist beim Schloss eine Kostenexplosion wie bei  der Elbphilharmonie in Hamburg nicht zu erwarten. Das Schloss sei eine völlig andere Bauaufgabe als die Elbphilharmonie, betonte Hochtief-Manager Ralf Behn. Hochtief ist für das Hamburger Projekt zuständig. Dort habe es unter anderem „eine unvollständige Planung“ gegeben, sagte Behn.

Besonders aufwendig sind auf dem Schlossplatz die Arbeiten am Fundament.  Im Bereich des früheren Palasts der Republik soll die neue Bodenplatte über der Betonwanne errichtet werden, in der einst der Palast stand. Im übrigen Teil soll die  neue Bodenplatte  über einer Betondecke errichtet werden, die das Bauwerk zum Tunnel der geplanten U-Bahn-Linie 5 abschottet. Die Betondecke wird per Düsenstrahl im Erdreich gebaut. Im Mai soll getestet werden, ob die Decke dicht hält, sagte Gesamtprojektleiter Detlef Krug. Überraschungen sind dabei nicht ausgeschlossen. „In Berlin müssen wir damit leben, dass es Probleme im Baugrund geben kann“, so Krug.

So weit soll das Stadtschloss im Jahr 2014 sein.
So weit soll das Stadtschloss im Jahr 2014 sein.
Foto: Schloss-Humboldtforum/ Stella

Die Kosten für das neue Schloss sind zurzeit auf 590 Millionen Euro gedeckelt. Allerdings zum Stand vom Januar 2011. Die normale Baupreissteigerung ist hierbei noch nicht berücksichtigt. Sie kann laut Rettig nicht einkalkuliert werden, „weil der Bund keine Vorgaben  für Inflationsraten gibt“. Steigen die Baupreise, wird folglich auch das Schloss teurer.

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