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Idee zu Eco-Mobility-Festival in Berlin begraben: Autofreier Helmholtzkiez endgültig abgesagt

Das Helmholtzkiez in Berlin wird doch nicht zum Mittelpunkt des Eco-Mobility-Festivals - nun ist Johannesburg im Gespräch.

Das Helmholtzkiez in Berlin wird doch nicht zum Mittelpunkt des Eco-Mobility-Festivals - nun ist Johannesburg im Gespräch.

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imago stock&people

Nun ist es offiziell: Der Weltstädteverband Iclei wird im Mai 2015 kein Eco-Mobility-Festival in Berlin organisieren. Es gebe „keine Basis für die Verwirklichung“, teilte die stellvertretende Generalsekretärin Monika Zimmermann dem Pankower Stadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne) in einem Brief am Montag mit. Kirchner war mit den internen Vorbereitungen des Festivals beschäftigt.
Die Idee war, dass die etwa 20.000 Bewohner rund um den Helmholtzplatz in Prenzlauer Berg einen Monat lang auf ihre Autos verzichten und stattdessen mit Fahrrädern, E-Bikes und Elektroautos unterwegs sind.

Schon einmal gab es so ein Umwelt-Experiment. Im September 2013 fuhren die Bewohner eines Viertels in Suwon (Südkorea) nur mit abgasfreier Technik. 2015 sollte nun Berlin, als erste europäische Metropole, folgen. Iclei hielt die deutsche Hauptstadt für besonders geeignet, vor allem das Öko-Viertel Prenzlauer Berg und dort den Helmholtzkiez.

Doch es gab in der Pankower Bezirksverwaltung und im Senat mehr Bedenken als Unterstützung. „Kein Eco-Mobility-Festival kann stattfinden ohne eine aktive Führungsrolle und Unterstützung durch die öffentliche Hand“, schreibt nun Iclei-Vizechefin Zimmermann. Das Konzept sei entwickelt worden mit dem Ziel, „dass besonders vorausblickende und mutige Kommunen und Stadtoberhäupter dabei unterstützt werden, mit den Bewohnern eines Stadtquartiers den Stadtverkehr und das Mobilitätsverhalten der Zukunft experimentell zu erfahren.“

In Berlin wird es diese Erfahrung nun also geben. Zu groß waren Abneigung und Ignoranz. Pankows Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD) hatte das Projekt als „Zwangsbeglückung“ bezeichnet und jegliche Unterstützung für das bereits entwickelte Konzept abgelehnt. Auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) äußerte sich dazu nicht.

Derweil hat sich, wie berichtet, die südafrikanische Metropole Johannesburg um das Projekt beworben. Iclei-Vertreter haben sich vor einigen Tagen dort mit dem Bürgermeister der Stadt getroffen und das Projekt ausführlich besprochen.