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Imagekampagnen: Lichtshows und Folien auf Stromkästen

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Die Turmstraße ist keine schöne Einkaufsmeile mehr. Das Hertie-Kaufhaus ist dicht, es wird umgebaut. Kunstprojekte sollen 2013 dazu führen, dass die Straße attraktiver wird und man sich dort wieder gern aufhält.
Die Turmstraße ist keine schöne Einkaufsmeile mehr. Das Hertie-Kaufhaus ist dicht, es wird umgebaut. Kunstprojekte sollen 2013 dazu führen, dass die Straße attraktiver wird und man sich dort wieder gern aufhält.
Foto: Paulus Ponizak
Berlin –  

Die Zentren-Initiative „Mittendrin Berlin!“ will mit Kampagnen gezielt das Image von Einkaufsstraßen fördern, die unter einem schlechten Ruf leiden. Insgesamt 100.000 Euro Preisgeld stehen zur Verfügung, um Ideen für die Geschäftsstraßen 2013 zu verwirklichen.

Wie kann man Besucher an Orte locken, die kein gutes Image haben oder die kaum noch über Anziehungskraft verfügen? Zum Beispiel in die Turmstraße in Moabit oder in die Altstadt Spandau. Und wie werden gebrandmarkte Straßen ihren Ruf wieder los, die als Kneipenmeile oder Laufsteg verschrien sind? Etwa die Kastanienallee in Prenzlauer Berg.

Die Zentren-Initiative „Mittendrin Berlin!“ von Senat und Industrie- und Handelskammer (IHK) versucht jetzt, darauf Antworten zu finden. Sie haben am Mittwoch diese drei Stadtteilzentren ausgewählt und prämiert. Insgesamt 100.000 Euro Preisgeld stehen den Initiativen zur Verfügung, um ihre Ideen für die Geschäftsstraßen 2013 zu verwirklichen.

Etwa 135 Vorhaben wurden seit 2005 gefördert. Viele wurden in den Folgejahren weitergeführt, etwa die Marzahner Plattenspiele, die „Design Allez“ in Friedrichshain sowie „Anstoß Neukölln“ in der Karl-Marx-Straße. Nachhaltigkeit wünschen sich Christian Wiesenhütter von der IHK und Staatssekretär Ephraim Gothe (SPD) von der Stadtentwicklungsverwaltung nun auch von den Projekten, die in diesem Jahr unter dem Motto „Laufend Neues erleben“ ausgewählt wurden:

Turmstraße: Bewegt – belebt – beliebt! So lautet der Slogan von jungen Leuten, die seit drei Jahren den öffentlichen Raum in der vernachlässigten Turmstraße umgestalten wollen. Sie haben sich 14 Stromverteilerkästen ausgesucht, die überall zwischen Gehweg und Straße stehen. „Die sind beschmiert und sehen gruselig aus“, sagt Sabine Slapa vom Büro „die raumplaner“. Die Kästen werden mit Folien beklebt. Motive sind historische Ansichten, Menschen aus der Straße sowie Visionen, wie sich Kinder die Turmstraße einmal vorstellen. Auch Abfalleimer der BSR werden umgestaltet. Zwei Straßenfeste sind geplant. Im April, wenn das frühere Hertie-Kaufhaus wiedereröffnet, gibt es in den oberen Etagen ein Lichtkunstwerk. Das zweite Fest ist im Herbst geplant. Mehr als 100 Unterstützer gibt es schon – Geschäftsleute, Hoteliers, Gastronomen, Künstler.

Altstadt Spandau: Während durch die Turmstraße goldene Fußspuren führen, markiert in Spandau ein gelbes Band den Weg von den Arcaden durch die Altstadt zur Zitadelle, 1600 Meter lang. „Wir wollen überraschen“, sagt Gabriele Fliegel vom Wirtschaftshof Spandau. Entlang der Meile stellen Künstler ihre Bilder und Skulpturen in Schaufenstern aus, schon 25 Geschäfte beteiligen sich. Auftakt ist ein Fest am 1. Juni. Am 17. August soll jeder, der ein Instrument spielen kann, auf den Markt kommen – zum dann vielleicht größten Open-Air-Konzert der Stadt. Am 7. September wird das Bläserensemble der Komischen Oper am Brose-Haus Händels Feuerwerksmusik spielen, dazu gibt es eine Lichtshow und Nachtshopping – vielleicht ist in der Altstadt dann auch am Abend mal was los.

Kastanienallee: Um Publikum machen sich die 50 Einzelhändler der IG CastingCarrée keine Sorgen. Ihr Problem ist eher, dass die Kastanienallee nur noch als Modemeile wahrgenommen wird. „Die Kastanienallee ist viel mehr“, sagt Sebastian Mücke. Und daher werde man „die Straße vom 16. bis 18. August rocken“, einschließlich Oderberger Straße. Die Kastanienallee wird für Autos gesperrt, die Parkbuchten werden zu Marktständen. Durch die Gewerbehöfe gibt es Führungen, Modemacher, die ihre Sachen selbst herstellen, präsentieren sich, etwa eine Hutmacherei. Und der Campus der GLS-Sprachschule mit Stadtbad soll zum Treffpunkt werden – damit die Menschen nicht nur in den sozialen Netzwerken unterwegs sind.

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