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Immobilienmarkt in Berlin: Mehr Ferienwohnungen als Mietwohnungen

Es gibt mehr als 14.000 Wohnungs-Inserate für Berlin.

Es gibt mehr als 14.000 Wohnungs-Inserate für Berlin.

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imago stock&people

In begehrten Berliner Stadtteilen wie Kreuzberg, Friedrichshain oder Prenzlauer Berg werden auf dem Immobilienmarkt inzwischen schon mehr freie Ferienwohnungen als Mietwohnungen angeboten. Das geht aus einer am Mittwoch präsentierten Untersuchung des Unternehmens Plusforta hervor, das zu den Anbietern von Kautionsbürgschaften in Deutschland gehört.

Die Immobilienexperten untersuchten auf der Plattform Airbnb, wie viele Unterkünfte einem Reisenden in Kreuzberg, Mitte, Prenzlauer Berg und Friedrichshain in der Zeit vom 1. bis zum 8. März 2015 angeboten werden - und verglichen die Offerten mit den Angeboten an Mietwohnungen beim Internetportal Immobilienscout24 in der gleichen Zeit.

Das Ergebnis: In Kreuzberg standen für Feriengäste in dem Zeitraum 631 Unterkünfte zur Verfügung, die Zahl der Mietwohnungen betrug dagegen nur 235. In Prenzlauer Berg wurden 756 Wohnungen für Feriengäste offeriert, für Wohnungssuchende standen hingegen nur 371 Angebote zur Wahl. In Friedrichshain konnten Berlin-Besucher unter 498 Angeboten wählen, Wohnungssuchenden standen 393 Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung.

Ausnahme Mitte

Eine Ausnahme bildet der Bezirk Mitte: Hier überstieg das Angebot an Mietwohnungen mit 596 die Zahl der Ferienwohnungen (512). Die höhere Zahl an Mietwohnungen in Mitte bedeute jedoch nicht, dass Wohnungssuchende dort schneller und einfacher fündig werden, denn allein die verlangten Mieten "schrecken bereits ab", heißt es in einer Mitteilung von Plusforta.

Die Mietpreise für die Ferienwohnungen bewegen sich der Untersuchung zufolge zwischen 50 und 100 Euro pro Nacht. Wem es gelinge, seine Wohnung 20 Tage pro Monat für 75 Euro zu vermieten, der erziele damit wesentlich bessere Einnahmen als mit der regulären Vermietung.

Robert Litwak, Geschäftsführer von Plusforta, sagt: "Es ist natürlich sehr schön zu sehen, dass die deutsche Hauptstadt bei Touristen aus aller Welt so beliebt ist und es alternative Unterbringungsmöglichkeiten abseits von Hotels und Pensionen gibt. Allerdings darf man dabei nicht vergessen, dass die Menschen, die hier leben, den ganz besonderen Charme dieser Stadt ausmachen."

Steige das Angebot an privat vermittelten Ferienwohnungen und sinke das Angebot an Mietwohnungen, werde es für die Berliner und die Zuzügler immer schwerer, eine Wohnung zu finden. Der Senat hat auf das Problem der Ferienwohnungen reagiert. Im vergangenen Jahr trat ein Gesetz in Kraft, das die Nutzung von Mietwohnungen als Ferienwohnung untersagt.

Es sieht jedoch eine zweijährige Übergangsfrist bis 2016 für alle Anbieter vor, die sich bei den Behörden offenbart haben. Weitaus wirksamer als das Gesetz könnte die Rechtsprechung sein. Das Landgericht Berlin entschied mit Beschluss vom dritten Februar, dass es Vermietern gestattet ist, ihren Mietern zu kündigen, wenn diese ihre Wohnung untervermieten und dies trotz Abmahnung durch den Vermieter nicht unterlassen.