17.02.2012

Interview: "Das ist lächerlich"

        

Andreas Klahn, Busfahrer.
Andreas Klahn, Busfahrer.
Foto: Gerd Engelsmann
Berlin –  

Andreas Klahn ist seit 25 Jahren Busfahrer bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG). Anfangs dachte der 52-Jährige Familienvater aus Moabit, dass sich der Streit um höhere Löhne beilegen lässt, ohne dass es zum Konflikt kommt. Heute ist er anderer Meinung.

Andreas Klahn ist seit 25 Jahren Busfahrer bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG). Anfangs dachte der 52-Jährige Familienvater aus Moabit, dass sich der Streit um höhere Löhne beilegen lässt, ohne dass es zum Konflikt kommt. Heute ist er anderer Meinung.

Wenn sich der Warnstreik nicht mehr abwenden lässt, werden Sie am Sonnabend mitstreiken?

Ja, klar. Da bin ich bei uns nicht der einzige.

Der Arbeitgeber hat Ihnen doch Lohnerhöhungen angeboten.

Der Streik der BVG: Keine U-Bahn fährt mehr

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Was er bisher angeboten hat, empfinde ich als Schlag ins Gesicht. Die Lohnerhöhungen würden nicht einmal die Verluste ausgleichen, die uns die Inflation Jahr für Jahr beschert. Das ist lächerlich. Schon die vorangegangene Lohnerhöhung von 2010, drei Prozent in zwei Jahren, lag weit unter der Inflationsrate.

Wie viel verdienen Sie derzeit?

Knapp 2.500 Euro im Monat, davon bleiben mir netto 1.800. Viele Kollegen bekommen aber deutlich weniger – ein Berufsanfänger gerade mal 1.800 Euro, was meist auf 1.300 netto hinausläuft. Dafür sind wir Tag und Nacht für die Berliner unterwegs, spät, frühmorgens, am Wochenende, wie es der Dienstplan vorschreibt. Am vergangenen Heiligabend, als andere gemütlich ihren Gänsebraten aßen, bin ich Bus gefahren. Manche Fahrgäste beschimpfen und bespucken uns. Ich war sechs Wochen krank geschrieben, weil mich ein 15-Jähriger geschlagen hat.

Die BVG sagt, für größere Lohnerhöhungen fehlt ihr das Geld.

Die Arbeitnehmer sind nicht schuld daran, dass der Senat seinen wichtigsten Betrieb so behandelt. Er muss doch sehen, dass er mit dem Geld nicht auskommt.

Wenn auch die nächste Verhandlungsrunde ergebnislos endet: Wie würden Sie darauf reagieren?

Dann wird es wohl weitere Streikaktionen geben. Das ist unser demokratisches Grundrecht.

Das Gespräch führte Peter Neumann.

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