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Berliner Zeitung | Jahreswechsel am Brandenburger Tor: Alles zur Silvesterparty in der Sperrzone
30. December 2015
http://www.berliner-zeitung.de/23395866
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Jahreswechsel am Brandenburger Tor: Alles zur Silvesterparty in der Sperrzone

Die Silvesterparty am Brandenburger Tor und auf der Straße des 17. Juni wird für viele sicher wieder ganz toll.

Die Silvesterparty am Brandenburger Tor und auf der Straße des 17. Juni wird für viele sicher wieder ganz toll.

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getty images

Wer dichtes Gedränge und Tanzmusik aus den 90er-Jahren liebt, sollte sich am Donnerstag zur großen Silvesterparty am Brandenburger Tor begeben. Allerdings sollte man sich in Verzicht üben: Rucksäcke, große Taschen und Koffer sind verboten.

Nur „kleinere Handtaschen“ sind nach Angaben der Veranstalter erlaubt.

Fans von Caught in the Act und anderen Stars, die üblicherweise ihre Idole mit Ich-liebe-dich-für-immer-Transparenten ehren wollen, haben es ebenfalls schwer: Nur bis zu einer bestimmten Größe dürfen Fahnenstangen mit ins Partygebiet – oder besser gesagt: in die Sperrzone – mitgenommen werden. Denn wegen der Terrorgefahr gelten bei der Party „Welcome 2016“ besondere Sicherheitsvorkehrungen.

Der sieben Kilometer lange Zaun, der das Festgebiet umgibt, kann wegen seiner engen Maschen nicht überstiegen werden. Er hat sechs Tore, an denen ab 14 Uhr Einlass ist. Nach Angaben des Veranstalters müssen sich die Besucher dort auf intensive Kontrollen einstellen. Seit Montag ist das Festgebiet bereits Sperrgebiet. Die Polizei hat das Areal mit Sprengstoffspürhunden abgesucht. Mit rund 1000 Beamten in Uniform und Zivil wird die Polizei im Bereich des Festgebiets im Einsatz sein. Das sind 150 Beamte mehr als im vorigen Jahr.

Wenn das Gedränge in bestimmten Bereichen zu groß wird, wird der Veranstalter in Absprache mit der Polizei die dortigen Eingänge schließen und die heranströmenden Besucher zu anderen Eingängen schicken. So passierte es auch schon im vergangenen Jahr. „Die Sicherheitsmaßnahmen wurden gemeinsam mit dem Veranstalter überarbeitet und sind auf einem sehr hohen Niveau“, sagte Innensenator Frank Henkel (CDU) am Mittwoch. „Wir wollen wieder ein guter Gastgeber für viele feiernde Menschen aus Berlin, Deutschland und der Welt sein.“ In Deutschland, so Henkel, bestehe unverändert eine hohe abstrakte Gefährdungslage. Konkrete Hinweise auf geplante Anschläge gebe es jedoch nicht. „Wir dürfen unser Leben nicht von Angst bestimmen lassen.“

Wenn also die Besucher alle Hürden am Einlass genommen haben, erwartet sie ein buntes Kulturprogramm. Combos aus Deutschland, aber auch aus anderen Ländern werden auf der großen Bühne versuchen, zum Tanzen zu animieren. Ein wenig Bewegung kann bei den erwarteten Temperaturen um den Gefrierpunkt nicht schaden. Die schwedische Techno-Truppe Rednex ist beispielsweise bei ihrem Hit „Old Cotten Eye Joe“ dafür bekannt durch Hüpf- und Stampf-Orgien auf der Bühne das Publikum zu erwärmen. Schunkeln und Mitsingen hingegen werden die Gäste zu der vokalorientierten Musik von den Prinzen. BossHoss laden dazu ein, durch Frost und Alter eingerostete Gelenke zu schütteln.

Dann kommt der Countdown: Hunderttausende werden von zehn herunterzählen, bevor das große Feuerwerk gezündet wird. Die letzte Band an dem Abend soll die besonders in den 90er-Jahren berühmte (einstige) Boyband Caught in the Act sein. Ihre Aufgabe ist es, mit ihren Schmusenummern das weibliche Publikum zum Schmelzen zu bringen. Danach ist Disko.

Autos zu Hause lassen!

Wer dies alles unbeschwert erleben möchte, sollte sich auch in anderer Hinsicht in Verzicht üben. Sie sollten Ihr Auto zu Hause stehen lassen. Im weiten Umkreis gibt es keine Parkplätze. Die Polizei rät daher zur Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Zwar wird der S-Bahnhof Brandenburger Tor nach Angaben eines Bahnsprechers von 16 bis 3 Uhr geschlossen. Man muss also über Friedrichstraße, Potsdamer Platz oder Hauptbahnhof anreisen. Aber die S-Bahn wird bis 21 Uhr im Samstagsfahrplan verkehren.

Über den Jahreswechsel besteht ein durchgehender Nachtverkehr im 20-Minuten-Takt, der auf zahlreichen Streckenabschnitten bis zum Neujahrsmorgen auf einen Zehn-Minuten-Abstand verdichtet wird. Zusätzliche Züge verkehren auch auf den Ringbahnlinien S41 und S42 sowie Teilabschnitten der Linien S1, S2, S3, S5, S7 und S75. Auch die Regionalzüge fahren in der Silvesternacht öfter.