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Berliner Zeitung | Kältehilfe in Berlin: „Frostschutzengel“ für ausländische Obdachlose
14. November 2013
http://www.berliner-zeitung.de/3640170
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Kältehilfe in Berlin: „Frostschutzengel“ für ausländische Obdachlose

Nicht nur in den kalten Monaten haben Obdachlose jede Hilfe nötig - doch dann besonders.

Nicht nur in den kalten Monaten haben Obdachlose jede Hilfe nötig - doch dann besonders.

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dpa

Berlin -

Nach dem erfolgreichen Start der drei „Frostschutzengel“ und deren niedrigschwelligen Beratungsangeboten in polnischer, russischer und in baltischen Sprachen im vergangenen Jahr, würden in dieser Kältesaison auch Beratungen in bulgarisch, serbo-kroatisch und bosnisch angeboten. Das teilte der Geschäftsführer der Gebewo Soziale Dienste gGmbH, Robert Veltmann, am Donnerstag in Berlin mit.

Mittlerweile seien die drei Beraterinnen fester Bestandteil der Berliner Hilfelandschaft. Ursprünglich sollten diese sogenannten Frostschutzengel nur in der vergangenen Wintersaison in Obdachloseneinrichtungen eingesetzt werden. Wegen der positiven Resonanz sei das ausschließlich über Spenden finanzierte Projekt aber weitergeführt worden, sagte Veltmann. In einzelnen Einrichtungen liege der Anteil von EU-Bürgern aus ost- und südosteuropäischen Staaten zwischen 50 und 70 Prozent.

Über das „Frostschutzengel“-Projekt wurden in den vergangenen zwölf Monaten den Angaben zufolge wohnungslose Menschen aus Polen, Lettland, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, der Slowakei und zwölf weiteren Ländern beraten. Oft ging es dabei um die Suche nach Arbeit, Unterbringung und Gesundheit. „Es gibt Menschen, die erst kürzlich nach Berlin gekommen sind, aber auch Menschen, die hier lange gearbeitet haben und nach Schicksalsschlägen vor dem Nichts stehen“, sagte Marie-Therese Reichenbach, einer der „Frostschutzengel“. Schirmherrin des Projektes ist die ehemalige Viadrina-Präsidentin Gesine Schwan. Die Kosten dafür betragen laut Veltmann knapp 140.000 Euro im Jahr. (epd)