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Kampf gegen Personalmangel: Zweitägiger Warnstreik an der Charité beendet

Hat zu wenig Personal: Die Berliner Charité.

Hat zu wenig Personal: Die Berliner Charité.

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imago stock&people

Berlin -

Am Dienstag gingen erneut rund 500 Pflegekräfte der drei Unikliniken der Charité auf die Straße, um für mehr Personal zu demonstrieren. Damit endete der zweitägige Warnstreik, zu dem die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hatte. „Wir hoffen, dass in die Tarifverhandlungen Bewegung kommt“, sagte Verdi-Sprecher Andreas Splanemann. Ansonsten werde es weitere Aktionen geben. Alle Notfälle seien am Dienstag versorgt worden, berichtete Kliniksprecher Uwe Dolderer. „30 Prozent der üblichen Operationen wurden vorgenommen.“

Verdi fordert, dass das Verhältnis der Pfleger zu den Patienten auf Intensivstationen künftig 1:2 und auf Normalstationen 1:5 beträgt. Zurzeit liege der Schlüssel bei bis zu 1:12. Das heißt: Mindestens 300 zusätzliche Stellen wären nötig. Schon lange klagen die Beschäftigten über unzumutbare Arbeitsbedingungen. Um die Personalnot zu kompensieren, setzt die Charité monatlich bis zu 100 Leasingkräfte ein.

Das Land soll mehr investieren

SPD und Linke unterstützen die Forderungen der Gewerkschaft. „Wir brauchen verbindliche Personalquoten“, sagte Thomas Isenberg, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD. Dies gelte für alle Kliniken. Daher müssten im Krankenhausplan des Landes Personalstandards festgelegt und durch eine bundesweite Regelung abgesichert werden. Immerhin erhielten die Berliner Krankenhäuser in diesem Jahr zusätzlich 110 Millionen Euro aus dem Sonderinvestitionsvermögen, davon seien 53 Millionen Euro für die Charité bestimmt. „Diese Mittel sind gut angelegt“, sagte Isenberg.

Wolfgang Albers (Linke) bemängelt jedoch, dass diese Gelder nur vergeben werden, wenn die Kliniken sich mit Eigenmitteln in Höhe von rund zehn Prozent an Investitionen beteiligen. „Dabei ist für Baumaßnahmen einzig das Land zuständig“, sagte er. „Die Wurzel des Übels liegt in der chronischen Unterfinanzierung unserer Kliniken durch die öffentliche Hand.“