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Karsten Mühlenfeld: Neuer BER-Chef kontert Kritikern

Neuer Kopf, neue Richtung am BER?

Neuer Kopf, neue Richtung am BER?

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AFP/Johannes Eisele

Berlin -

Der neue Berliner Flughafen-Chef Karsten Mühlenfeld ist zuversichtlich, dass er die Herausforderungen am BER trotz ungünstiger Startbedingungen meistern wird. „Man muss ein dickes Fell haben. Ich bin optimistisch, dass ich es schaffe“, sagte der 51-Jährige am Sonntag der Berliner Zeitung.

Wie berichtet, war der Maschinenbau-Ingenieur, der mehr als 20 Jahre beim Triebwerkshersteller Rolls-Royce gearbeitet hatte, am Freitag nicht einstimmig gekürt worden. Zwar gab es zehn Ja-Stimmen im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft FBB. Doch die Vertreter des Bundes, die Staatssekretäre Werner Gatzer (SPD) und Rainer Bomba (CDU), votierten gegen ihn.

Dem Vernehmen nach gab es auch zwei Enthaltungen. Axel J. Arendt, lange Zeit Chef bei Rolls-Royce, fühlte sich offenbar befangen. Auch der Berliner Innensenator Frank Henkel (CDU) enthielt sich?– dem Vernehmen nach, weil er nicht gegen einen Bundespolitiker aus seiner Partei stimmen wollte.

Mühlenfeld sieht Kritik gelassen

Angesichts des Abstimmungsergebnisses wurden gleich nach der Wahl Bedenken laut, dass dem neuen Flughafen-Chef der Rückhalt fehle. Doch Mühlenfeld sieht es gelassen. „Glauben Sie, dass das in Unternehmen anders ist?“, sagte er am Sonntag. Es wäre auch in großen Firmen „ganz normal“, dass es nicht in jedem Fall einstimmige Voten gibt.

„Eine Gegenstimme bedeutet nicht immer, dass man persönlich gegen den Kandidaten ist“, vielleicht wollte man einen anderen auf dem Posten. „Darum glaube ich nicht, dass sich die Stimmen gegen mich persönlich richten“, so Mühlenfeld. Er wolle das Thema jetzt „progressiv angehen“ und mit allen Beteiligten sprechen, sagte er.

Entspannt reagierte der neue Vorsitzende der FBB-Geschäftsführung auch auf die Kritik des Berliner Grünen-Politikers Andreas Otto. Der Abgeordnete hatte moniert, dass Mühlenfeld bislang „keinen Flughafen geleitet und kein Großprojekt begleitet habe“. Ihm fehle die Qualifikation, er wäre nur „zweite Garnitur“. Ähnliche Kritik kommt von der Anwohnerinitiative „Neue Aktion“.

"Ich habe ein gutes Team"

Ein solcher Manager, wie Otto ihn offenbar für die Berliner Flughäfen und den BER wünsche, sei derzeit nicht auf dem Markt, entgegnete Mühlenfeld. „Außer Hartmut Mehdorn gibt es in Deutschland wohl niemanden, der sowohl einen Flughafen gebaut als auch Flughäfen geleitet hat“, sagte er der Berliner Zeitung. „Ich bin da sehr gelassen, auch deshalb, weil ich ein gutes Team habe.“

Mühlenfeld bestätigte, dass es sein Ziel sei, Anfang März mit der Arbeit in Schönefeld zu beginnen. Derzeit hat er noch einen Arbeitsvertrag mit dem Bahnhersteller Bombardier Transportation.