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Kita-Planung: Klick für Klick zum Kita-Platz

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Mithilfe einer zentralen Warteliste und eines Online-Nutzerportals sollen Berliner Eltern schneller Betreuung für ihre Kinder finden.
Mithilfe einer zentralen Warteliste und eines Online-Nutzerportals sollen Berliner Eltern schneller Betreuung für ihre Kinder finden.
Foto: dpa
Berlin –  

In vielen Berliner Stadtteilen fehlen schon heute Kita-Plätze. Nun reagiert der Senat: Eltern sollen mit zentraler Warteliste und Online-Nutzerportal künftig leichter einen Kita-Platz für ihr Kind finden.

Eltern, die einen Kita-Platz für ihr Kind suchen, sollen es künftig leichter haben. Die Senatsbildungsverwaltung will Ordnung ins Chaos bringen: Noch in diesem Jahr soll eine zentrale computergestützte Warteliste für alle Berliner Kitas eingeführt werden. „Damit soll das Kita-Anmeldeverfahren transparenter gestaltet und verbessert werden“, sagte Sprecher Ilja Koschembar.

Bisher ist es oft so, dass sich Eltern nach der Geburt ihres Kindes in verschiedenen Kitas in die Warteliste eintragen. Diese Listen haben aber keinen offiziellen Charakter. Ein zentraler Abgleich ist unmöglich. Die Folge: Kitas, Bezirke und auch die Bildungsverwaltung haben keine Übersicht, wie viele Anmeldungen für ein Kind es gibt und welcher Kita-Platz tatsächlich belegt ist.

Eltern müssen deshalb oft unnötig lange auf eine Zusage warten. „Die Nachfrage nach Kita-Plätzen ist aufgrund der aktuellen Wartelisten-Praxis vielerorts in der Wahrnehmung der Beteiligten wesentlich höher, als sie tatsächlich ist“, sagte Ilja Koschembar von der Bildungsverwaltung. Auch die Kitas würden unnötig für Panik sorgen. Eltern melden sich dann an möglichst vielen Kitas an und hoffen darauf, überhaupt irgendwo noch einen Platz zu bekommen.

Anspruch ab August

Künftig sollen durch die „Integrierte Software Berliner Jugendhilfe“ Mehrfachanmeldungen sofort als solche identifiziert werden. Auch wird sofort angezeigt, wenn Eltern einen Platz in einer Kita angenommen haben. „Dadurch gewinnen die bezirklichen Jugendämter Informationen über die tatsächliche Nachfrage“, hieß es. Wer einen Platz an einer Kita hat, werde sofort von sämtlichen anderen Wartelisten gelöscht.

Die Zeit drängt: Denn ab August haben alle Kinder ab dem ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz. Zudem wächst die Bevölkerung und damit auch die Zahl der Kinder in Berlin. Es wird damit gerechnet, dass Eltern das Recht auf einen Kita-Platz notfalls gerichtlich einklagen werden. Derzeit sind in Berlin 127 233 Kita-Plätze belegt, zusätzlich werden 5 445 Kinder von Tagesmüttern oder -vätern betreut. In vielen Stadtteilen reicht das Platzangebot aber künftig nicht mehr aus, etwa in Teilen von Treptow-Köpenick oder Lichtenberg.

Bis zum Jahr 2015 sollen deshalb allein 11 000 zusätzliche Kita-Plätze entstehen, mit Hilfe eines Landesprogrammes und des U-3-Programms des Bundes. „Ein Suchportal für Kita-Plätze im Internet ist natürlich nur sinnvoll, wenn es auch ein entsprechendes Angebot an Plätzen gibt“, sagt Martin Hoyer, Kita-Referent des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, der als Kita-Trägerverband auftritt. Wichtig sei ohnehin eine benutzerfreundliche Anwendung des neuen Betriebssystems. Kita-Leiterinnen könnten sich nicht noch stundenlang mit der Software beschäftigen.

Freie Träger dominieren

Babette Sperle vom Dachverband der Kinder- und Schülerläden rechnet damit, dass sich kleine Eltern-Initiativ-Kitas mangels Kapazitäten womöglich erst später an dem Verfahren beteiligen können. Aktuell werden laut Bildungsverwaltung nur noch 24 Prozent der Kita-Plätze von den Eigenbetrieben des Landes angeboten. Den Großteil der Plätze haben inzwischen freie Träger (53 Prozent), Eltern-Kind-Initiativen (10 Prozent) oder religiöse Träger (12 Prozent) übernommen.

Mit dem neuen Verfahren sollen Eltern auch den Kita-Gutscheinantrag online ausfüllen können. Beteiligt an der Entwicklung ist das Fraunhofer Institut für offene Kommunikationssysteme.

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