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Kollaps beim 41. Berlin Marathon: Staatssekretär Bernd Krömer kollabiert kurz vor dem Ziel

Staatssekretär für Inneres: Bernd Krömer.

Staatssekretär für Inneres: Bernd Krömer.

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dpa

Berlin -

Irgendwo zwischen Kilometer 35 und 40 haben ihn die Kräfte verlassen: Bernd Krömer, Staatssekretär der Senatsinnenverwaltung, ist am Sonntag beim 41. Berliner Marathon kollabiert. Der 58-jährige CDU-Politiker, der von Amts wegen auch für den Sport zuständig ist, wurde anschließend ins Krankenhaus gebracht. Dort wurde Krömer ambulant behandelt.

Er sei stets bei Bewusstsein gewesen, hieß es. Knapp vier Stunden nach dem Zusammenbruch wurde Krömer am Abend aus dem Krankenhaus entlassen. Wie ein Sprecher der Innenverwaltung sagte, wird Krömer nach einem Tag Pause am Dienstag wieder in der Behörde erwartet.

Parteifreunde erzählten am Sonntag, dass Krömer zum ersten Mal bei einem Marathon gestartet ist. Bislang sei er zwei Mal bei einem Halbmarathon angetreten. Trainiert hatte er seit Anfang des Jahres. Er wollte die 42,195 Kilometer in viereinhalb Stunden schaffen. Das gesteckte Ziel hätte er wohl trotz der idealen Wetterbedingungen nicht erreicht, selbst, wenn er nicht kollabiert wäre. Das legen die Zeitmessungen nahe, die während des Laufs von jedem Sportler über einen Chip am Schuh genommen werden – alle fünf Kilometer und zur Halbmarathon-Distanz.

Auswertung von Krömers Daten

Nach diesen Daten, die für alle Teilnehmer veröffentlicht werden, startete Krömer kurz nach neun Uhr. Anfangs benötigte er sechs Minuten und neun Sekunden pro Kilometer, dann wurde er aber immer langsamer. Bei Kilometer 35 lag sein Kilometerschnitt bei 7:58 Minuten. Zu dieser Zeit war er 3:56 Stunden unterwegs. Danach wurde kein Signal mehr erfasst. Der Computer errechnete für ihn eine theoretische Zielzeit von 4:44 Stunden. Doch kurz vorm Ziel war Schluss.

Für die meisten der mehr als 40.000 Läufer war der Marathon aber wieder ein großes Fest. Es hatten sich fast doppelt so viele Sportler angemeldet, so dass die Startplätze verlost werden mussten. An der Strecke standen mehr als eine Million Leute, die die Läufer lautstark anfeuerten. Es war gar nicht so genau festzustellen, wer sich mehr freute: die Zuschauer über die Läufer oder die Läufer über die Zuschauer.

Selbst kurz vor dem Ziel am Brandenburger Tor gab es noch Läufer, die sich erschöpft, aber beifallklatschend für die Anfeuerung bedankten. „Ich gehe jedes Mal an die Strecke zum Jubeln“, sagte Andrea Eber (44). „Es ist eine so unglaubliche Atmosphäre an der Strecke, dass ich sogar im vergangenen Jahr selbst beim Halbmarathon gestartet bin.“ Welchen Platz sie belegt hat, weiß sie nicht mehr. Aber den Jubel wird sie nie vergessen.

Trotzdem positives Fazit

„Es war einfach alles perfekt“, sagte hinterm Ziel der Schweizer Tom Frischknecht aus St. Gallen. „Das Wetter, die Strecke und vor allem das Publikum.“ Es ist sein dritter Marathon, den ersten lief der 34-Jährige vor 15 Jahren in Australien. Dann folgte im vorigen Jahr der Berlin-Marathon. „Es war so gut, dass ich auch diesmal dabei sein wollte.“

Auch eine halbe Stunde nach dem Zieleinlauf war er am Sonntag noch so glücklich, dass er gar nicht mehr aufhören konnte zu lächeln. Sein Ziel, unter 2:30 Stunden zu laufen, verpasste er zwar um zwei Minuten und 15 Sekunden. „Aber da bin ich selbst dran schuld. Es war toll. Nächstes Jahr bin ich wieder hier dabei.“