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Kommentar: Tempelhofer Feld: Ein Feld für alles

Die Berliner und Gäste der Hauptstadt können auf verschiedene Weise ihre Freizeit hier verbringen.
Die Berliner und Gäste der Hauptstadt können auf verschiedene Weise ihre Freizeit hier verbringen.
Foto: dpa
Berlin –  

Ulrich Paul hofft, dass sich in Tempelhof die Vernunft durchsetzt.

Das Tempelhofer Feld hat sich seit der Einstellung des Flugbetriebs zu einer Fläche entwickelt, auf der im Sommer gegrillt wird, auf der sich Musikgruppen treffen und sich Inline-Skater und Fahrradfahrer tummeln. Kurz: Es ist zu einem Stück Stadt geworden. Das ist gut so – und soll auch so bleiben. Schon seit langem war jedoch auch klar, dass am Rand Wohnungen und Gewerbeflächen entstehen sollen. Denn die Lage ist einfach ideal dafür. Nirgendwo sonst gibt es innerhalb des S-Bahnrings eine ähnliche Freifläche. Doch ausgerechnet dagegen regt sich nun Widerspruch.

Wenn es nach der Bürgerinitiative „100 Prozent Tempelhofer Feld“ geht, soll das riesige Areal von jeglicher Bebauung freigehalten werden. Unter anderem, um die Wiese als „Kaltluftentstehungsgebiet“ zu erhalten. Das klingt zunächst durchaus sympathisch, denn das Areal wird stadtklimatisch als Grünfläche benötigt.

Es ist aber nicht nachvollziehbar, warum sich das eine mit dem anderen nicht vereinbaren lassen soll. Denn nach den Plänen des Senats soll ja nicht das gesamte Flugfeld zugebaut werden. Es geht vielmehr darum, den Rand neu zu gestalten. Da das Tempelhofer Feld komplett in Landesbesitz ist, kann Berlin dort erstmals im größeren Stil Grundstücke mit der Maßgabe vergeben, günstige Wohnungen zu errichten. Dass Wohnungen dringend benötigt werden, sollte jedem klar sein. Denn laut jüngster Bevölkerungsprognose wächst Berlin bis zum Jahr 2030 um rund 250.000 Einwohner.

Werden in Tempelhof keine Wohnungen gebaut, wird umso mehr Neubau an anderer Stelle notwendig: zum Beispiel auf Kleingartenflächen. Außerdem werden die Grundstückspreise wegen der Verknappung potenzieller Bauflächen anziehen. Das treibt die Baupreise und die Mieten nach oben. Das kann niemand wollen.

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