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Kommentar: Berliner Tempo auf der Avus

Ursprünglich sollte die Fahrbahn der A 115 erst im Herbst 2013 freigegeben werden.

Ursprünglich sollte die Fahrbahn der A 115 erst im Herbst 2013 freigegeben werden.

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picture alliance / dpa

Berlin -

Sommer in Berlin, viel Zeit, um im Verkehr zu stehen. Vorbei die Achtzigerjahre, als man von der Neuen Deutschen Welle bewegt vom Berliner Tempo sang und sprach. Der neue Gemütsmodus geht in Richtung Geduld.

Warten auf dem Weg zum Flughafen Tegel, hoffen an einer x-beliebigen S-Bahn-Station, dass nicht die Durchsage erklingen möge: die Bahn der Linie S 1 in Richtung Frohnau muss wegen Personalmangels leider entfallen. Berlin ist eine entschleunigte Stadt. Das war nicht so geplant. Es hat sich so ergeben. Im Sommer ein bisschen mehr, weil dann der Baustellenbetrieb nicht witterungsbedingt ruhen muss.

Und dann eine Nachricht wie diese: Die Avus wird früher fertig als geplant. Noch im November oder Dezember dieses Jahres soll die Autobahnstrecke im Berliner Südwesten komplett saniert sein. Ursprünglich sollte die Fahrbahn erst im Herbst 2013 freigegeben werden.

Der milde Winter hat geholfen, ein properer Gussasphaltfertiger und ein sogenanntes Beschleunigungsprogramm des Bundes ebenfalls, das Baufirmen mit bis zu einer Million Euro prämiert, wenn es auch ein bisschen schneller geht. Feine Sache so ein Programm. Nur Spötter suchen sofort nach anschlussfähigen Flughafenwitzen. Mit der Rückkehr zum Berliner Tempo wird es aber wohl so schnell nichts. Bis zum Winter wird es noch einmal eng auf der Avus, die mal eine Rennstrecke war.