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Kommentar zur Legalisierung : Freigabe von Cannabis ist für viele Parteien Teufelswerk

Volksdroge Cannabis.

Volksdroge Cannabis.

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dpa/Oliver Berg

Berlin -

Es ist nicht immer einfach, eine Meinung zu haben. Bei den meisten strittigen Fragen haben sowohl Befürworter als auch Gegner gute Argumente. Die Diskussion über ein Kopftuchverbot ist ein Beispiel dafür, aber auch die Forderung nach einem fahrscheinlosen Nahverkehr oder einer Bebauung des Mauerparks.

Für eine Legalisierung von Cannabis spricht hingegen sehr vieles. Nach einer gescheiterten Verbotspolitik der vergangenen Jahrzehnte sollte endlich die gesellschaftliche Realität anerkannt werden. Das bedeutet keineswegs die Gefahren der Droge zu verharmlosen, aber Verbote halten nicht vom Kiffen ab. Cannabis ist eine Volksdroge.

Höchste Zeit also, dass die Konsumenten entkriminalisiert werden. Polizei sowie Justiz würden entlastet und könnten sich wichtigeren Aufgaben widmen. Das eingesparte Geld könnte in die Präventionsarbeit mit Jugendlichen gesteckt werden. Bei einer staatlichen Produktion und Abgabe wäre zudem die Qualität der Ware gewährleistet. Und Dealern würde zumindest bis zu einem gewissen Maß die Geschäftsgrundlage entzogen. Beispiele aus anderen Ländern zeigen, dass es funktioniert.

Das alles ist seit Langem bekannt, doch die Drogenpolitik ist wie kaum ein anderes Thema ideologiebefrachtet. Für die CDU, aber auch Konservative in anderen Parteien wäre eine Freigabe Teufelswerk. Da kann die Fachwelt noch so überzeugend argumentieren. Eine Legalisierung wird es auf absehbare Zeit weiterhin nicht geben.

Immerhin haben Grüne und SPD trotz geringer Erfolgsaussichten die Debatte neu entfacht. Anders als mit beharrlichem Werben wird ein Umdenken in der Suchtpolitik nicht zu bewirken sein. Ob sich der Aufwand lohnt, wer weiß. Und es zeigt: Politiker sein ist auch nicht gerade leicht.