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Kostenloses Internet in Berlin: Berlin bekommt kostenloses WLAN

Freies WLAN soll es demnächst auch vor öffentlichen Gebäuden geben

Freies WLAN soll es demnächst auch vor öffentlichen Gebäuden geben

Berlin -

Berlin präsentiert sich gerne als Stadt der digitalen Avantgarde. Alle Versuche, die Infrastruktur an diesem Anspruch auszurichten und an öffentlichen Plätzen frei zugängliche Internetverbindungen anzubieten, sind freilich bislang gescheitert. Dieses Jahr sollen die Pläne aber Realität werden, verspricht die Senatskanzlei.

„Wir freuen uns, mit der Firma ABL Social Federation nun in die Vertragsverhandlungen einzutreten“, teilte ihr Chef Björn Böhning (SPD) am Montag mit. Das Unternehmen aus dem fränkischen Fürth war einer von sieben Bewerbern um den mit 170.000 Euro dotierten Auftrag. Zunächst sollen 650 Hotspots im gesamten Stadtgebiet entstehen. Die ersten sollen noch in diesem Jahr in Betrieb gehen.

Werbung für freien Zugang

„Die 170.000 Euro sind ein Investitionskostenzuschuss“, erklärte Senatssprecherin Daniela Augenstein. Im Gegenzug installiert Social Federation an öffentlichen Gebäuden die notwendige Technik. Die Nutzer müssen für den Dienst nichts bezahlen. Allerdings wird zu Beginn jeder Sitzung für bis zu zehn Sekunden Werbung eingeblendet.

Die Reichweite der Hotspots wird rund 250 Meter betragen. Vom ursprünglichen Vorhaben, eine flächendeckende Versorgung anzubieten, ist also nicht viel übrig geblieben. „Das ist nicht der große Wurf“, sagte der Piraten-Abgeordnete Simon Weiß der Berliner Zeitung. „Berlin hat sich entschieden, nicht viel Geld in die Hand zu nehmen.“ In Anbetracht der relativ geringen Kosten für das Land erscheine das geplante Angebot aber akzeptabel.

Keine klare Regelung für Freifunk-Netz

Wichtig sei, dass mit den neuen Hotspots der Ausbau des Freifunk-Netzes nicht behindert werde, sagte Weiß. In dem nicht-kommerziellen Netzwerk stellen Privatleute ihre Internetanschlüsse zur freien Verfügung. Außerdem kommunizieren die Knotenpunkte der Teilnehmer untereinander und bilden so ein unabhängiges Netz zum Austausch von Daten. Gern würden die Freifunk-Aktivisten auch Dächer von Behörden nutzen, um dort Antennen aufzustellen. Bislang gibt es dafür aber noch keine klare Regelung.

Gern hätte man von Social Federation Details zum geplanten Angebot erfahren, das Unternehmen war am Montag für Presseanfragen aber nicht erreichbar. Für die Franken ist das Engagement in Berlin nicht die erste Zusammenarbeit mit der öffentlichen Hand. In München haben sie bereits das Finanzministerium mit Hotspots ausgestattet. Insgesamt gibt es in der bayerischen Landeshauptstadt übrigens nur 14 öffentliche Hotspots. Zumindest im nationalen Vergleich könnte Berlin also bald ein Vorreiter sein.