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Krawalle in Potsdam: Linke blockieren Pegida-Reisebus

Anhänger des Pegida-Ablegers Bärgida (Archivbild).

Anhänger des Pegida-Ablegers Bärgida (Archivbild).

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dpa

Nach einer Kundgebung der islam- und ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung in Potsdam ist es am Montagabend zu Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten gekommen. Nach Angaben der Polizei versuchten die Pegida-Gegner, Teilnehmer des sogenannten „Abendspaziergangs“ anzugreifen, die von der Polizei zum Bahnhof geleitet wurden.

Es flogen Steine und Böller, auch abgerissene Verkehrsschilder und Mülltonnen wurden geworfen. Augenzeugen berichteten von kleineren Rangeleien mit Polizisten. Die Beamten setzten Pfefferspray ein und das Polizeipräsidium beorderte zwei zusätzliche Einsatzhundertschaften nach Potsdam. Der Lagedienst des Polizeipräsidiums sprach nach Einsatzende in der Nacht zum Dienstag von mehreren verletzten Beamten und Demonstranten. Angaben zu Sachschäden lagen zunächst nicht vor nicht.

Zuvor hatten mehrere hundert Menschen in der Potsdamer Innenstadt größtenteils friedlich gegen Pegida protestiert. Mit dabei waren auch zahlreiche Potsdamer Stadtverordnete. Unter dem Motto „Potsdam bekennt Farbe“ traten sie für ein weltoffenes, tolerantes Brandenburg und die Integration von Flüchtlingen ein. Wenige hundert Meter entfernt versammelten sich auf dem zentralen Bassin-Platz nach Schätzungen von Reportern knapp 100 Pegida-Sympathisanten im strömenden Regen zu einer Kundgebung.

Ein Reisebus, in dem Anhänger der „Bärgida“-Bewegung aus Berlin vermutet wurden, wurde und zeitweise blockiert. Bei einem zweiten Bus, so berichten es Augenzugen, sollen die Scheiben eingeworfen worden sein.

Zu dem geplanten „Abendspaziergang“ kam es angesichts der vielen Gegendemonstranten nicht. „Der heutige Abend war für Pegida in Potsdam eine große Pleite“, erklärte Stadtsprecher Stefan Schulz. Da wusste er allerdings noch nichts von den Ausschreitungen. (dpa)