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Kritik an Bildungssenatorin: Opposition: Bildungssenatorin Scheeres blockiert Inklusion

Bildungssenatorin Scheeres steht unter Kritik

Bildungssenatorin Scheeres steht unter Kritik

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imago/Metodi Popow

Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) blockiert aus Sicht der Opposition die Integration behinderter Kinder in Regelschulen. Es fehlten 300 Sonderpädagogen und 300 Schulhelfer, kritisierte die Linke-Abgeordnete Regina Kittler am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Seit den Empfehlungen einer Expertenkommission vor eineinhalb Jahren gehe bei der Inklusion nichts mehr voran, sagte auch Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek. Scheeres verteidigte sich: „Ich habe Ausdrücke wie Blockade und Stillstand einfach satt.“ Mehr als 200 Fachleute arbeiteten in Berlin am Thema Inklusion. Sie wolle die Unsicherheiten und Ängste von Lehrern und Eltern ernst nehmen.

Sparprogramm zulasten der Schüler

Die Lehrergewerkschaft GEW hatte vor kurzem kritisiert, etwa 5000 Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf seien im vergangenen Schuljahr weniger gefördert worden, als ihnen zustehe. Die den Schulen dafür zugewiesenen Stunden seien innerhalb von zehn Jahren von 5,5 auf jetzt 1,5 bis 2,5 Stunden pro Kind gekürzt worden. Dadurch habe der rot-schwarze Senat 195 Lehrerstellen eingespart.

Schuld sei die Deckelung der Haushaltsmittel, sagte Kittler. Die Zahl der Schüler mit Förderbedarf sei deutlich gestiegen, die Zahl der Schulhelfer-Stunden wegen eingefrorener Mittel aber kaum. Kapek sprach von einem Sparprogramm zulasten der Schüler. Die Linke-Fraktion schlug vor, das Geld, das Berlin beim Bafög einspart, in die Inklusion zu stecken.

Scheers betonte daraufhin, sie werde erst umsteuern, wenn die nötigen Ressourcen da seien. „Das wird Thema der nächsten Haushaltsberatungen sein“, kündigte sie an. Die Zahl der Schulhelfer-Stunden sei ja bereits erhöht worden, so dass der akute Bedarf gedeckt sei.

Vorsichtige Kritik an Scheeres kam auch vom Koalitionspartner. Die CDU-Bildungsexpertin Hildegard Bentele betonte, im Senat sei schon lange nicht mehr über Inklusion gesprochen worden. Sie wolle allerdings „lieber ein Prozent gut gemachte als fünf Prozent schlecht gemachte Inklusion“. Entweder Berlin bekenne sich zur Deckelung der Mittel und begrenze den Schulbesuch behinderter Kinder in Regelschulen oder es müsse mehr Geld investiert werden.
Der SPD-Abgeordnete Ilkin Özisik betonte, Inklusion sei „eben kein Knopf, den man drückt, und dann ist sie da“. Der Prozess brauche Zeit und Geld, das momentan nicht zur Verfügung stehe. (dpa)



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