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Kritik von Foodwatch: Coca Cola finanziert Charité mit einer Million Euro

Die Charité steht schon wieder in der Kritik.

Die Charité steht schon wieder in der Kritik.

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Getty Images

Der Soft-Drink-Konzern Coca Cola finanzierte Forschungsprojekte der Berliner Charité und eine Plattform zum Thema Herzerkrankungen – bei deren Entstehung zuckerhaltige Getränke eine Rolle spielten.

„Zuckergetränke wie Coca-Cola sind mitverantwortlich für den weltweiten Anstieg von Übergewicht und chronischen Krankheiten, Herzinfarkte inklusive“, erklärte Oliver Huizinga von Foodwatch. „Der Konzern betreibt mit Geldspritzen für Forschungseinrichtungen und Sportprojekte einen millionenschweren Ablasshandel.“ Die Charité lasse sich vor den Werbekarren des Konzerns spannen und präsentiere Coca-Cola damit als Teil der Lösung statt als Teil des Problems. Foodwatch fordert einen Stopp dieser Kooperation.

Dies ist bereits erfolgt. Die auf fünf Jahre angelegte Zusammenarbeit sei Ende 2015 planmäßig ausgelaufen, erklärte die Charité am Mittwoch. Dagegen sagte Foodwatch, nur ein Teil der Kooperation sei beendet.

Coca Cola: Keinen Einfluss auf die Studie genommen

Mit dem Geld von Coca Cola sei überwiegend eine Studie finanziert worden, mit der die Erkrankungsrisiken speziell bei Frauen erforscht wurden. Vera Regitz-Zagrosek, Direktorin des Instituts für Geschlechterforschung, war die Leiterin dieser Studie. Die über die Grenzen Berlins hinaus bekannte Kardiologin weist seit Jahren darauf hin, dass Frauen häufig ihr Risiko bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen unterschätzen, das bringe sie bei Infarkten zu spät in die Notaufnahme.

In der wissenschaftlichen Studie seien erstmals Daten von bundesweit 1000 Frauen zur Selbsteinschätzung ihres kardiovaskulären Risikos erhoben worden, hieß es. Gendermedizin ist in Deutschland ein vergleichsweiser junger Forschungsbereich. „Coca Cola hat zu keiner Zeit Einfluss auf die Studie geltend gemacht“, erklärte die Charité.

Der Getränkekonzern Coca Cola hatte aus der finanziellen Unterstützung der Charité kein Geheimnis gemacht – und zu einem konkreten Projekt im Jahr 2012 selbst eine Pressemitteilung herausgegeben.