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Künstler will Schadenersatz : Streit um die East Side Gallery

Das Gemälde "Bruderkuss zwischen Honecker und Breschnew" von Dimitrij Vrubel an der East Side Gallery. Es hat die Sanierung gut überstanden. (Symbolbild)

Das Gemälde "Bruderkuss zwischen Honecker und Breschnew" von Dimitrij Vrubel an der East Side Gallery. Es hat die Sanierung gut überstanden. (Symbolbild)

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dpa

Berlin -

Der Streit um ein früheres Bild der Berliner East Side Gallery kommt an diesem Dienstag vor Gericht. Der Maler und Konzeptkünstler Bodo Sperling hat das Land Berlin auf Schadenersatz von mindestens 25.000 Euro verklagt, sagte ein Gerichtssprecher am Montag. Der Künstler sieht sich demnach in seinem Urheberrecht verletzt, sein Bild "Die Transformierung des Pentagramms zu einem Friedensstern in einem großen Europa ohne Mauern" sei bei der Sanierung mutwillig zerstört worden.

Das Teilstück der originalen Hinterlandmauer nahe der Oberbaumbrücke war nach dem Mauerfall von knapp 120 Künstlern auf 1,3 Kilometer Länge bemalt worden und gilt als weltweit längste Open-Air-Galerie. 2009 wurde die blass gewordene und bröckelnde Kunstausstellung restauriert. Etliche Künstler kamen dafür wieder nach Berlin. Sperling wollte sein Bild laut Gericht nicht neu malen.

Die East Side Gallery sei Symbol des Aufbruchs und der Hoffnung gewesen, so Sperling in einer Mitteilung. Doch das Land Berlin sei der Ansicht, dass Standfestigkeit und Sanierung des Betons Vorrang vor den Bildern habe, die dieses Mauerstück weltberühmt gemacht hätten.

Sperling wirft dem Land auch vor, dass der größte Teil des Sanierungsbudgets von 2,2 Millionen Euro nicht in den Erhalt der Kunst, sondern des Betons geflossen sei. Sperling wirft Berlin kulturelle Barbarei und kommerzielle Interessen vor. Ein "Disneyland für Touristen" erscheine wichtiger als die Kunst und Erinnerung an den Mauerfall, beklagte der Künstler, der sich auf seiner Internetseite als Mitbegründer der East Side Gallery beschreibt. (dpa)