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Kunstprojekt über Flüchtlinge: Aktivisten bauen Pavillon am Oranienplatz

Ein Pavillon wird derzeit am Oranienplatz errichtet. Er soll der Ort sein, in dem künftig über die EU-Flüchtlingspolitik diskutiert wird.

Ein Pavillon wird derzeit am Oranienplatz errichtet. Er soll der Ort sein, in dem künftig über die EU-Flüchtlingspolitik diskutiert wird.

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Berliner Zeitung/paulus Ponizak

Ende Juni brannte das Infozelt der Flüchtlinge am Oranienplatz ab. Es war Teil der Vereinbarung von Senat, Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und den Flüchtlingen, die ihr Camp auf dem Platz im April geräumt hatten. Seit einigen Tagen entsteht auf dem Platz ein neues Projekt, mit dem auf das Thema Flucht, Vertreibung und Asyl aufmerksam gemacht werden soll.

Kunstinstallation soll auf dem Oranienplatz bleiben

Ein Pavillon wird dort errichtet. Das „Haus der 28 Türen“ ist eine Kunstinstallation, die von Ende Juli bis zum 10. August auf dem Tempelhofer Feld stand. Schon dort diente er als Symbol für die abgeschottete Asylpolitik der EU. Künftig soll der Pavillon dauerhaft auf dem Oranienplatz mahnen, wie der Sprecher des Bezirksamtes Sascha Langenbach sagte: „Die Künstler haben ihr Projekt den Aktivisten vom Oranienplatz angeboten, die es gern übernehmen.“ Der Pavillon symbolisiert auf 57 Quadratmetern die EU, in die man durch 28 Türen – so viele wie es EU-Mitgliedsländer gibt – gelangt.

Die Suche nach einem menschenwürdigen Leben ist auch das Thema der Flüchtlinge, die eineinhalb Jahre lang in Zelten und selbst gezimmerten Hütten auf dem Platz hausten. Sie sind jetzt auf Grundlage einer Vereinbarung mit Berlin in Heimen untergebracht, ihre Zukunft ist aber ungeklärt. Innensenator Frank Henkel (CDU) wirft ihnen vor, sich nicht an die Vereinbarung zu halten, nach der sie sich in der Ausländerbehörde zu melden hätten. Etliche der 339 Betroffenen seien nicht erschienen.