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Landesarbeitsgericht: Arbeiter verliert Lohnklage bei Mall of Berlin

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imago/Raimund Müller

Der Versuch rumänischer Bauarbeiter, für ihre Arbeit am Einkaufszentrum Mall of Berlin mehr Geld zu bekommen, ist vorerst gescheitert. Am Mittwoch revidierte das Landesarbeitsgericht eine Entscheidung der unteren Instanz, die einem Arbeiter 7437?Euro Brutto zugestanden hatte. Er habe von August bis Oktober 2014 dort gearbeitet und dafür nur 700?Euro Netto erhalten, hatte der Mann gesagt.

Wie das Gericht nun ausführte, habe der Arbeiter, der 45-jährige Elvis Iancu, jedoch nicht ausreichend nachweisen können, dass er tatsächlich auf dieser Baustelle gearbeitet habe. Eine Liste am Eingang, auf der sich jeder Arbeiter jeden Tag einzutragen habe, reiche nicht aus. Demzufolge sei das Unternehmen auch nicht verpflichtet, ihn zu bezahlen.

Hinzu kommt, dass Iancu offenbar vor allem auf der Baustelle des Hotels Motel One gleich nebenan gearbeitet habe. Ob er überhaupt auf der Mall-Baustelle tätig gewesen sei, stand für das Gericht nicht zweifelsfrei fest. In erster Instanz hatte das Arbeitsgericht wegen Formalien zu Iancus Gunsten geurteilt. Die Gegenseite habe Fristen nicht eingehalten. Dem folgte die höhere Instanz nun nicht.

Mehrere Arbeiter kämpfen um Lohn

Elvis Iancu ist einer von mehreren Dutzend Bauarbeitern an der früheren Großbaustelle am Leipziger Platz, die um höheren Lohn kämpfen. Nach Ansicht seines Anwalts Sebastian Kunz, der noch sechs Kollegen Iancus vertritt, ist das Urteil den Zuständen auf der Baustelle geschuldet. So habe keiner seiner Mandanten einen schriftlichen Arbeitsvertrag, es gebe nur mündliche Absprachen um Arbeitsinhalt, -ort und Bezahlung. Ein nachträglicher Nachweis sei schwierig. Ein weiteres Problem sei das Subunternehmer-Wesen auf dem Bau, das Zuständigkeiten oft verwische. Er habe geahnt, dass es schwierig werden würde. „Ich hätte zu einem Vergleich geraten, aber mein Mandant wollte bis zum Letzten kämpfen“, sagt Kunz.