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Berliner Zeitung | Landgericht Berlin: Angeklagter gesteht jahrelange Gewalt gegen Stiefkinder
05. January 2016
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Landgericht Berlin: Angeklagter gesteht jahrelange Gewalt gegen Stiefkinder

Der 37-Jährige stand nach sechseinhalb Jahre Haft wegen schweren Kindesmissbrauchs unter Führungsaufsicht und durfte keinen Kontakt zu Kindern aufnehmen, als er sich 2010 im Stadtteil Hellersdorf als Betreuer selbstständig machte.

Der 37-Jährige stand nach sechseinhalb Jahre Haft wegen schweren Kindesmissbrauchs unter Führungsaufsicht und durfte keinen Kontakt zu Kindern aufnehmen, als er sich 2010 im Stadtteil Hellersdorf als Betreuer selbstständig machte.

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Sie sollen mit einem Kabel und Stöcken geschlagen und mit Handschellen ans Bett gefesselt worden sein: Ein 42-Jähriger hat jahrelange Gewalt gegen seine drei Stiefkinder zugegeben. Vor dem Berliner Landgericht legte der 42-Jährige zu Beginn des Prozesses am Dienstag ein pauschales Geständnis ab. Die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs, der Vergewaltigung sowie der Misshandlung von Schutzbefohlenen würden zutreffen, erklärte der Angeklagte am ersten Verhandlungstag. Ihm werden 19 Taten innerhalb von rund zehn Jahren zur Last gelegt.

Den Stiefsohn habe der Mann in einem Fall mit dem Kopf gegen eine Wand geschlagen. Der damals Zweijährige sei bewusstlos liegengeblieben. Die zwei Stieftöchter seien mindestens in zwei Fällen über Nacht mit Handschellen an ihre Betten gefesselt worden. Ein Kind habe er aus Strafe gezwungen, aus der Toilette zu trinken.

Heimliche Flucht

„Das Familienleben war im gesamten Zeitraum von Gewalt geprägt“, heißt es in der Anklage. Die Übergriffe hätten im November 2004 begonnen. Damals sei die älteste Stieftochter gerade sechs Jahre alt gewesen. Sie und eine zwei Jahre jüngere Schwester seien Opfer sexueller Gewalt geworden. Der Angeklagte habe die beiden Mädchen und ihren jüngeren Bruder zudem misshandelt. Zu den Taten sei es in der Wohnung der Familie im Stadtteil Mitte gekommen.

Die mutmaßlichen Übergriffe endeten den Ermittlungen zufolge mit der heimlichen Flucht der Mutter mit ihren Kindern im Februar 2014. Nach Anklageerhebung wurde der Stiefvater im Oktober 2015 verhaftet.

Das Gericht hat dem Angeklagten im Falle eines Geständnisses, durch das den Kindern eine Aussage vor Gericht erspart bleibt, eine Strafe von maximal sechseinhalb Jahren in Aussicht gestellt. Der Prozess wird am 8. Januar fortgesetzt. (dpa)


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