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Lena Meyer-Landrut: „Mein eigentlicher Beruf ist aber Sängerin“

Macht immer eine gute Figur: Lena Meyer-Landrut.

Macht immer eine gute Figur: Lena Meyer-Landrut.

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rueters

Die Klimaanlage bläst kalte Luft in die Hotel-Suite, in der Lena Meyer-Landrut Interviews gibt. Die 24-Jährige fröstelt, beschwert sich aber nicht. Völlig entspannt sitzt sie am Tisch und lässt sich ihr Sushi schmecken. Nebenbei spricht sie über ihre Musik, wie es ist, erwachsen zu werden, nicht ausgehen in Berlin und die Bedeutung ihrer Freundschaften.

Frau Meyer-Landrut, einige Stücke für Ihr Album „Crystal Sky“ sind in Berlin entstanden.

Genau. Ich habe in London, Berlin und Los Angeles an meinen Songs gearbeitet. In Berlin habe ich ganz viel mit den Beat Gees geschrieben: mit Kat Vinter und Laila Samuels. Das hat einen guten Grund: Ich wollte die Musik machen, die ich selber gerne höre.

Heißt das, man trifft Sie gerade in Berlin jeden Abend in einem Club?

Nein. Ich bin einfach kein Nachtmensch. Es hat mich nie gereizt, dauernd auszugehen. Zumal ein Clubbesuch für mich tierisch anstrengend ist. Wenn die Leute alkoholisiert sind, sinkt ihre Hemmschwelle. Einige können dann sehr penetrant werden.

Also bleiben Sie lieber zu Hause?

Ja. Ich bin ein Serienjunkie und stehe auf „House of Cards“, „Game of Thrones“ oder „The Walking Dead“. Meine Lieblingsserien gucke ich natürlich auch, wenn ich abends irgendwo alleine im Hotelzimmer sitze.

Reizt es Sie denn nicht, vielleicht mal ein paar alte Schulfreunde zu treffen?

Ich habe kaum noch Freunde aus der Schulzeit. Erstens fehlt mir die Zeit, um diese Freundschaften am Leben zu erhalten. Zweitens ist es doch ganz normal, dass man sich mit der Zeit auseinanderentwickelt.

Weil Sie in einer völlig anderen Welt als ein herkömmlicher Student leben?

Klar. Das muss aber nicht unbedingt ein Hindernis sein. Meine beste Freundin studiert in Halle. Weder die Entfernung noch mein Job können uns trennen. Wir erklären uns gegenseitig, welche Probleme unser jeweiliges Leben mit sich bringt. So verlieren wir nie den Draht zueinander.

Sie waren auch mal kurzfristig an der Uni eingeschrieben. Wollen Sie irgendwann noch studieren?

Das möchte ich mit Sicherheit machen. Aber nicht nebenbei. Mit halber Kraft an eine Sache ranzugehen ist reine Zeitverschwendung. Dabei kann nichts Vernünftiges rauskommen. Darum würde ich für ein Studium meine Musik für einige Jahre auf Eis legen, um mich hundertprozentig aufs Lernen konzentrieren zu können.

Trotzdem beschränken Sie sich nicht bloß aufs Singen, sondern sitzen parallel dazu in der „The Voice Kids“-Jury oder modeln für eine Kosmetikfirma.

Mein eigentlicher Beruf ist aber Sängerin. Ich mache nur Werbung oder bin in der Jury einer Casting-Show, weil ich durch meinen Job einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt habe. Es bringt mir Spaß, diese Dinge auszuprobieren. Auf der anderen Seite möchte ich mich nicht verzetteln. Wenn bei einem Auftritt in einer Talkshow unter meinem Namen stehen würde: Sängerin, Moderatorin, Buchautorin und Inhaberin eines Beautysalons, dann würde das irgendwie unseriös wirken. Ich ziehe es vor, eine Sache wirklich gut zu machen.

Bedeutet das, Sie steigen demnächst wieder bei „The Voice Kids“ aus?

Im Moment habe ich richtig Bock auf dieses Format mit den Kindern. Ich wäre nicht mutig genug, Erwachsene zu coachen. Wenn ein 40-jähriger Sänger vor mir stünde, würde ich mir mit Mitte 20 komisch vorkommen.

Weil Sie sich noch nicht erwachsen fühlen?

Ich bin definitiv eine Erwachsene, die viel erreicht hat und ihr Leben auf die Reihe kriegt. Ich halte Termine ein, zahle meine Steuern oder Rechnungen pünktlich, führe meinen Haushalt selbst, trage die Verantwortung für meinen Hund. Für eine Chaotin wie mich ist das eine stolze Leistung.

Gibt es nichts, was Sie an sich ändern wollen?

Leider ist es mir bisher nicht gelungen, mich komplett von den gesellschaftlichen Idealbildern zu lösen. Ich möchte nicht mehr so viel Wert auf das zu legen, was andere von mir denken. Wahrscheinlich ist das eine Frage des Alters. Vielleicht traue ich mich mit 30, nur noch das zu tun, was ich möchte. Ich habe auf jeden Fall großen Respekt vor Leuten, die nicht wie der Durchschnitt sind. Individualität finde ich gut.

Das Interview : Dagmar Leischow.


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