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Lichtenberg: Umstrittener AfD-Politiker Hebold wird nicht Stadtrat

Wolfgang Hebold

Wolfgang Hebold.

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imago/Olaf Wagner

Berlin -

Die AfD tritt in Lichtenberg mit einem neuen Kandidaten für die Wahl zum Bezirksstadtrat an. In der Max-Taut-Aula stellt sich am 19. Januar der 49-jährige Frank Elischewski der Abstimmung.

Frank Elischewski kandidiert.

Frank Elischewski kandidiert.

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AFD

Wolfgang Hebold, der ursprünglich für das Amt vorgesehen war, scheiterte im Dezember in zwei Wahlgängen. Politiker der anderen in der BVV vertretenen Parteien hatten Hebold islamfeindliche Äußerungen in seinem Blog „Die Verheerung Europas“ vorgeworfen, worauf dieser nach seinem Scheitern die Lichtenberger Verordneten als „Mannschaft von Nullen“ bezeichnete.

„Ich habe alle aufgefordert, unseren Kandidaten diesmal zum Gespräch einzuladen“, sagte AfD-Fraktionschef Dietmar Drewes der Berliner Zeitung. Er wolle nicht von Ausgrenzung sprechen, „aber es werden selbst normale Umgangsformen nicht gepflegt“.

Lebenslauf "schwer zu recherchieren"

Auch der neue Kandidat trifft auf Skepsis. Gregor Hoffmann, Fraktionschef der CDU in der BVV, hat die AfD gebeten, einen Lebenslauf zu übermitteln. „Der ist ja ziemlich schwer zu recherchieren“, sagte Hoffmann dieser Zeitung. Die Aufstellung Hebolds sei offensichtlich eine Provokation gewesen. „Nachdem der Effekt abgeklungen ist, ist es deshalb wenig überraschend, dass die AfD einen neuen Kandidaten präsentiert“, so der CDU-Politiker. Von Elischewski erwarte er ein klares Bekenntnis zu Demokratie und Toleranz sowie einen offenen Umgang mit der Biografie.

Zu Irritationen kam es, weil unterschiedliche Angaben über die Ausbildung Elischewskis kursieren. Einmal heißt es, er sei Chemiker, dann Biologe. Nach Auskunft Drewes’ habe der Kandidat Biologie studiert und sei 1999 zum Dr. rer. nat. promoviert worden. Das Thema ist in Lichtenberg von einiger Brisanz, weil die Linken-Kandidatin für das Bürgermeisteramt, Evrim Sommer, an missverständlichen Angaben im Lebenslauf gescheitert war.