×

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wir haben unsere mobile Webseite verbessert, so dass sie mittlerweile über alle Funktionen dieser App verfügt. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, die Weiterentwicklung dieser App einzustellen.

Um weiterhin immer die aktuellsten Neuigkeiten zu erhalten, besuchen Sie zukünftig einfach unsere Webseite. Zur mobilen Webseite
Neuer Inhalt

Lollapalooza 2017: Das Festival zieht um

Familienfest mit Woodstock-Flair: Zum Lollapalooza 2016 im Treptower Park kamen an beiden Tagen insgesamt 140.000 Besucher.

Familienfest mit Woodstock-Flair: Zum Lollapalooza 2016 im Treptower Park kamen an beiden Tagen insgesamt 140.000 Besucher.

Foto:

imago/STAR-MEDIA

Berlin -

In Hoppegarten kennen sich jetzt auch die älteren Bewohner ganz gut in der internationalen Musikszene aus. Der Geschäftsführer der Rennbahn, Peter Hoeck Domig, 53 Jahre alt,  hört im Moment gern die Foo Fighters, eine US-amerikanische Rockband. Der Marketing-Chef der Rennbahn, Heiko von Glahn (48), hat sich Kungs, einen  französischen Deep-House-DJ, heruntergeladen.

Und der Bürgermeister von Hoppegarten,  Karsten Knobbe von der Linken, mag Cro ganz gern, den Rapper mit der Panda-Maske. Dabei ist der 57-jährige Bürgermeister seit seiner Jugend ein  Pink-Floyd-Fan.

Im September werden  die drei Männer ihre musikalischen Neuentdeckungen live sehen können. Die Foo Fighters, Kungs und Cro treten neben vielen weiteren internationalen Musikern in der Rennbahn Hoppegarten auf, beim Lollapalooza Berlin 2017.
Mit offenen Armen

Was ist da passiert?

Hoppegarten liegt nur wenige Kilometer von der Berliner Stadtgrenze entfernt, doch die Gemeinde gehört  zu Brandenburg. Erstmals findet also das international bekannte  Lollapalooza, das sich  als „innerstädtisches Musikfestival“ charakterisiert und  Berlin im Logo trägt, außerhalb statt. Hoppegarten statt Hauptstadt  – was ist da passiert? Intern ist die Galopprennbahn schon seit dem vergangenem Sommer als  Veranstaltungsort im Gespräch.

Denn den Organisatoren des Lollapalooza war klar: Weder auf dem Tempelhofer Feld wie 2015 noch im Treptower Park wie 2016 wird es in Berlin ein Festival in dieser Dimension geben.  Ihre letzte Hoffnung war  das Maifeld am Olympiastadion neben dem Olympiastadion. Monatelang verhandelten die Festivalmanager mit den Funktionären des Fußballverbandes. Denn am zweiten  Septemberwochenende, dem Datum für  Lollapalooza 2017, hat der Fußballclub Hertha BSC ein Heimspiel.

Daran können  die Festivalorganisatoren nichts ändern. Doch zwei Großereignisse – das Hertha-Spiel und Lollapalooza – an einem Ort sind sicherheitstechnisch nicht zu verantworten. Und einen anderen  Platz kann die Hauptstadt den Musikveranstaltern nicht anbieten. Es gibt keinen.

Peter Hoeck Domig: „Für uns wird das eine logistische Meisterleistung.“

Peter Hoeck Domig: „Für uns wird das eine logistische Meisterleistung.“

Foto:

Stefan Strauss

Anfang Februar 2017 teilen die Chefs von Rennbahn und Lollapalooza mit, dass Deutschlands größtes innerstädtisches Festival 2017 auf der Rennbahn Hoppegarten stattfinden werde.  Und niemand findet das schlimm. „In Hoppegarten hat man uns mit offenen Armen empfangen“, sagt Festivaldirektorin Fruzsina Szep. „Das Gelände ist einfach perfekt für ein Festival, wie das Lollapalooza Berlin eines ist.“

Auf der Galopprennbahn  zeigt Peter Hoeck Domig mit ausgebreiteten Armen auf das große Gelände. Dass dort bald das Lollapalooza stattfindet, das ist für den  Chef der Rennbahn ein Glücksfall. Im vergangenen Jahr übernahm der Hotelmanager die Führung über die privat betriebene Anlage.

Elf Renntage im Jahr gibt es, mit je 8000 bis 15.000 Zuschauern, das reicht aber nicht, um den Betrieb wirtschaftlich stabil zu halten. Doch jetzt kommt das Lollapalooza mit  Zehntausenden Besuchern. „Für uns wird das eine logistische Meisterleistung. Wir kriegen das hin!“  Hauptstadt und Hoppegarten, das ist für Peter Hoeck Domig gar kein Widerspruch. Er spricht  von der Hauptstadtregion und sagt, Hoppegarten sei die Rennbahn Berlins. Vor 150 Jahren wurde sie von Grunewald nach Hoppegarten verlegt.

Karsten Knobbe: „Wir begleiten das Festival wohlwollend.“

Karsten Knobbe: „Wir begleiten das Festival wohlwollend.“

Foto:

Gemeinde Hoppegarten

Vier Bühnen werden im September auf der 22 Hektar großen Innenfläche der Rennbahn stehen. Die große Wiese wird für den Rennsport  gar nicht genutzt. Insgesamt bietet die Rennbahn dem Musikfestival fast 30 Hektar Fläche an, etwa für Parkplätze und kleine Spielstätten. Der Rennbahn-Chef sagt, bisher habe es keine Beschwerden gegeben. Die größte Sorge der Anwohner sei, ob die Tiere und das Geläuf ausreichend geschützt würden,   also die 70 Meter breite Grasbahn.

Peter Hoeck Domig hat  all das bedacht. Die 20 Pferde der Rennbahn  werden  in andere Gestüte gebracht. Über das Geläuf werden  zum Schutz  Platten gelegt, die Zuschauer nutzen nur die Tribünen und die Wiese der Rennbahn. „Lollapalooza beeinträchtigt den Rennbetrieb  nicht“, sagt er.  
Junge Kommune

Hoppegarten ist eine  junge und wachsende Kommune im Landkreis Märkisch-Oderland, seit  2003 gehören Hönow, Münchehofe und Dahlwitz-Hoppegarten dazu.  Das Durchschnittsalter der Anwohner liegt bei 31 Jahren. 1995 hatte die Gemeinde  6000 Bewohner, heute sind es 18.500.

„Wir begleiten das Festival wohlwollend“

Das letzte Großereignis liegt neun Monate zurück. Zum Brandenburg-Tag auf der Rennbahn kamen etwa 120.000 Besucher. Es gab keine Zwischenfälle. Bürgermeister Karsten Knobbe sagte  damals, Hoppegarten habe sich von seiner „Schokoladenseite“ gezeigt.

Vielleicht ist der Bürgermeister deshalb so entspannt, wenn es um Lollapalooza  geht. Es sei familienorientiert, das beruhige ihn. „Wir begleiten das Festival wohlwollend“, sagt er.  Es wird eine  Anwohnerversammlung geben, Knobbe leitet die Sicherheitskonferenzen und den Verwaltungsstab am Festival-Wochenende. Ein Shuttle-Service wird eingerichtet zu den S- und U-Bahn-Stationen Richtung Berlin. Eine halbe Stunde braucht die Bahn.
Festival-Direktorin Fruzsina Szep fährt diese Strecke jetzt öfter.

„Die Rennbahn  ist schnell aus der City zu erreichen. Hier können wir uns frei entfalten.“ Erstmals rechnen  die Veranstalter dieses Jahr mit bis zu 80.000 Besuchern pro Tag. Für so viele Menschen auf einem Festival hat Berlin gar keinen Platz.