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Luxushaus ersetzt Plattenbau in der Wilhelmstraße

So soll der Neubau an der Wilhelmstraße einmal aussehen. Das Haus im Art-déco-Stil wollen die Investoren ab Ende Mai errichten.

So soll der Neubau an der Wilhelmstraße einmal aussehen. Das Haus im Art-déco-Stil wollen die Investoren ab Ende Mai errichten.

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Patzschke und Schwebel

Die 165 Wohnungen, die Investoren aus Österreich an der Wilhelmstraße zwischen Behren- und Französischer Straße errichten wollen, werden zu den teuersten in Berlin zählen. Voll ausgestattete Apartments mit einer Größe von 38 bis 80 Quadratmetern werden ab 485.000 Euro verkauft. Für eine Stadtvilla, die sich über zwei Etagen im Dachgeschoss erstrecken und wenigstens 300 Quadratmeter groß sein soll, erwartet die Immobilienbranche Preise zwischen vier und sieben Millionen Euro. Sie liegen über denen anderer Luxus-Quartiere wie dem Lux am Neustädtischen Kirchplatz oder den Kronprinzengärten.

Auf dem Grundstück an der Wilhelmstraße steht bislang noch ein Plattenbau mit 100 Wohnungen, der zu einem 1988–1992 errichteten Wohnensemble gehört. Seit Mitte Januar steht das Haus leer. Der letzte Mieter wollte noch Silvester feiern, dann sei er ausgezogen, berichtet Zsolt Farkas, der Generalbevollmächtigte der Eigentümerfamilie. Bis vergangenen Herbst hatten sich viele Mieter gegen einen Auszug gewehrt, zuletzt aber bei Abfindungen von mehr als 200.000 Euro zugestimmt. Ihnen wurden Ersatzwohnungen in der Wilhelmstraße angeboten – zu ähnlich günstigen Mietkonditionen. Dass jetzt in der Innenstadt preisgünstige Wohnungen vernichtet werden, konnte auch Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) nicht verhindern.

Etagen 5 bis 7 gehören dem absoluten Luxus

„In der ersten Aprilhälfte wollen wir mit dem Abriss beginnen“, sagt Farkas. Mehr als 100 Millionen Euro soll der Neubau kosten. Über den sieben Läden und Boutiquen im Erdgeschoss wird es zwei Etagen mit 93 Apartments geben. Sie sind voll möbliert – auf Wunsch auch mit Geschirr und Besteck – und allen technischen Geräten ausgestattet. Im 3. und 4. Geschoss entstehen klassische Wohnungen, 80 bis 120 Quadratmeter groß. Die Etagen 5 bis 7 gehören dem absoluten Luxus. Wie Farkas sagt, gebe es Anfragen für über 500 Quadratmeter große Stadtvillen. „Sie verfügen über große Terrassen. Von dort sieht man die Skyline am Leipziger- und Potsdamer Platz, das Reichstagsgebäude oder den Fernsehturm.“ Interesse gebe es von Topmanagern international agierender Konzerne etwa aus den USA, aus Dubai, aber auch aus Europa und Asien, so Farkas.

Für den Service in dem Luxus-Bau wird Raffaele Sorrentino sorgen, lange Zeit Chef-Concierge im Hotel Adlon. Dazu gehören auch Pagen. Mitte 2018 ist das Haus fertig.