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Marktmonitor: So teuer sind Mietwohnungen in Berlin

Wohnungen in der Innenstadt, wie hier am Kudamm, sind besonders teuer. Die Preise am Stadtrand steigen mittlerweile aber auch immer stärker.

Wohnungen in der Innenstadt, wie hier am Kudamm, sind besonders teuer. Die Preise am Stadtrand steigen mittlerweile aber auch immer stärker.

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Berliner Zeitung/Hans Richard Edinger

Wer im vergangenen Jahr eine neue Wohnung in Berlin angemietet hat, musste dafür 4,6 Prozent mehr bezahlen als im Jahr davor. Das geht aus dem Marktmonitor 2015 hervor, den der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) am Donnerstag präsentierte. Im Durchschnitt wurden neue Wohnungen danach im vergangenen Jahr für 6,31 Euro je Quadratmeter (kalt) vermietet.

Die Angaben basieren auf den Mieten, die bei den Mitgliedsunternehmen des BBU vereinbart wurden. Sie verwalten rund 700.000 Mietwohnungen in Berlin. Das sind rund 40 Prozent aller Mietwohnungen in der Hauptstadt. Zu den BBU-Mitgliedern gehören unter anderem die sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen und viele Genossenschaften.

Genossenschaften wirken preisdämpfend

Die Spanne der Neuvertragsmieten reicht von 3,10 Euro je Quadratmeter in Lichtenberg bis zu 12,30 Euro je Quadratmeter in Mitte. Marzahn-Hellersdorf blieb im vergangenen Jahr der preiswerteste Bezirk. Auch in Reinickendorf, Neukölln und Spandau lagen die Neuvertragsmieten unter dem gesamtstädtischen Durchschnitt. Besonders teuer waren Wohnungen in Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf und in Steglitz-Zehlendorf.

Im Vergleich zu den übrigen Vermietern sind die Wohnungen bei den BBU-Mitgliedsunternehmen noch preiswert. Denn die Mieten, die für freie Wohnungen im Internetportal Immoscout 24 verlangt wurden, lagen 2014 bei 9,01 Euro je Quadratmeter. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass die BBU-Mitgliedsunternehmen besonders viele Wohnungen in den Großsiedlungen Berlins vermieten. Dort werden eher geringere Mieten verlangt. Die übrigen Vermieter haben dagegen mehr begehrte Altbauwohnungen, für die auch höhere Preise gezahlt werden.

Niedrigste Mieten in Marzahn-Hellersdorf, Spandau, Neukölln und Reinickendorf

Die Mieten in Wohnungen mit bestehenden Verträgen haben sich bei den BBU-Mitgliedsunternehmen im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent erhöht. Mit einer Quadratmetermiete von 5,43 Euro pro Monat lagen die BBU-Miedgliedsunternehmen deutlich unter dem Durchschnitt des Berliner Mietspiegels von 5,84 Euro je Quadratmeter. Interessant: Die sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften lagen preislich über dem Durchschnitt der BBU-Mitgliedsunternehmen. Bei ihnen zahlten die Mieter im Schnitt rund 5,50 je Quadratmeter.

Preisdämpfend wirken in Berlin vor allem die Genossenschaften. Bei ihnen wurde im vergangenen Jahr, wie berichtet, eine durchschnittliche Miete von 5,05 Euro je Quadratmeter gezahlt. Die niedrigsten Mieten in bestehenden Verträgen wurden 2014 in Marzahn-Hellersdorf, Spandau, Neukölln und Reinickendorf verlangt. Die höchsten Mieten in laufenden Verträgen wurden in den Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf gezahlt.

Mittlerweile gleichen sich die Mieten der Wohnungen innerhalb und außerhalb des S-Bahnrings immer mehr an. Das zeigt, dass mit einem Umzug an den Stadtrand immer weniger Miete gespart werden kann. In Steglitz-Zehlendorf, in Reinickendorf und in Tempelhof-Schöneberg waren die Mietsteigerungsraten im vergangenen Jahr überdurchschnittlich hoch. Am geringsten war der Mietanstieg in Lichtenberg. Dort zogen die Mieten nur um 1,1 Prozent an.