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Masern-Ausbruch in Deutschland: Kleinkind in Berlin stirbt an Masern

Unterm Mikroskop: das Masernvirus

Unterm Mikroskop: das Masernvirus

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AP

Ein anderthalbjähriger Junge ist bereits am Mittwoch in Reinickendorf an Masern gestorben, sagte Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) am Montagmittag bei einem kurzen Statement im Abgeordnetenhaus. Die Senatsverwaltung habe heute erst davon Kenntnis erlangt. Alle Personen, die mit dem Kind in Kontakt waren, seien inzwischen identifiziert und ärztlich untersucht worden. Czaja appellierte an alle Erwachsenen, den eigenen Impfstatus zu überprüfen. Er selbst trete weiter für eine Impflicht in Deutschland ein. Dies sei aber derzeit politisch nicht durchsetzbar.

In Berlin herrscht derzeit der größte Masern-Ausbruch seit dem Jahr 2001. In Berlin grassieren die Masern seit Oktober 2014. Von Ausbruchsbeginn bis zum 23. Februar wurden 574 Masern-Fälle gemeldet, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales am Montag mitteilte. Demnach ist es der größte Masern-Ausbruch in Berlin seit Einführung des Infektionsschutzgesetzes 2001.

Wegen des Masern-Ausbruchs war am Montag eine Sekundarschule im Ortsteil Lichtenrade vorsorglich für einen Tag geschlossen worden. Grund sei ein schwerwiegender Verlauf der Infektionskrankheit bei einem Jugendlichen, hatte eine Sprecherin des Berliner Senats mitgeteilt.

Auch die Debatte um eine Impfpflicht wird seit einigen Tagen geführt. Verschiedene Stimmen in der Regierungskoalition befürworten ihre Einführung. Die Opposition wendet sich gegen die „Entmündigung“ der Eltern. Mehr zum Thema lesen Sie hier(mit dpa)


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