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Mauerpark: Anwalt droht Anwohnern

Was die Umgebung des beliebten Mauerparks angeht, so gehen die Vorstellungen des Investors Klaus Groth und der Anwohner auseinander.

Was die Umgebung des beliebten Mauerparks angeht, so gehen die Vorstellungen des Investors Klaus Groth und der Anwohner auseinander.

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AFP

Der Projektentwickler Klaus Groth, der am Mauerpark ein Wohnviertel mit 520 bis 540 Wohnungen errichten will, hat am Donnerstag einen Fehler eingeräumt, den seine Anwälte gemacht haben. „Der Brief tut mir leid, das lässt sich nicht mehr ändern“, sagte er. Seine Anwälte hatten an die Bürgerwerkstatt „Mauerpark fertigstellen“ geschrieben – der Brief ist nur fünf Seiten lang, birgt aber Zündstoff: Die Anwälte beziehen sich auf Schreiben der Bürgerwerkstatt an Bausenator Michael Müller (SPD) und die Wohnungsbaugesellschaft Degewo und werfen den Anwohnern vor, „eine große Zahl von falschen Tatsachenbehauptungen und unsachliche Unterstellungen“ zu verbreiten.

Die Bürgerwerkstatt sieht darin einen Affront. „Wie kann es sein, dass man an den Senator schreibt und die Antwort von den Anwälten des Investors bekommt“, sagt Sprecher Rainer Krüger. Wenn dies Praxis werde, wäre es das Ende jeden zivilgesellschaftlichen Engagements. Die Bürgerwerkstatt hatte die Bebauung als zu massiv abgelehnt und spricht von einem Luxuswohnquartier. Sie hatte im Februar die Zusammenarbeit mit Groth aufgekündigt.

Kritik auch aus dem Senat

Im Senat wird das Anwaltsschreiben kritisiert, es mache die Arbeit der vergangenen Jahre kaputt. „Wir verbitten uns im Übrigen auch, dass von uns in ihrer Arbeit unterstützte Initiativen indirekt mit Mittelentzug gedroht wird“, sagt Müllers Sprecherin Daniela Augenstein. Das sei nicht akzeptabel, Bürgerbeteiligung werde ernst genommen.

Mittes Baustadtrat Carsten Spallek (CDU) sieht in der Auseinandersetzung einen Nebenkriegsschauplatz. Die Erschließung des Wohngebiets sei gesichert, es entstehe ein Quartiersplatz und eine Kita. Wie Groth sagt, verhandele er derzeit mit Genossenschaften und Wohnungsbaugesellschaften, um für die geforderte soziale Mischung im Gebiet zu sorgen. „Unser Konzept steht, im Oktober/November 2014 ist Baubeginn“, so Groth.