26.01.2012

Mercedes-Autohaus: Teure Werbung in Schönefeld

Von Jürgen Schwenkenbecher
Fünf Geschosse, ein großer Stern: Auf einem 13.000 Quadratmeter großen Areal baut Mercedes Benz sein Airportcenter.
Fünf Geschosse, ein großer Stern: Auf einem 13.000 Quadratmeter großen Areal baut Mercedes Benz sein Airportcenter.
Foto: Animation/Mercedes Benz
Berlin –  

Mercedes Benz kooperiert mit dem neuen Flughafen BER. Dem Autohaus ist die werbewirksame Lage viel Geld wert: jedes Jahr mehr als eine Million Euro.

Große Namen der deutschen Wirtschaft sind dem Flughafenchef Rainer Schwarz immer willkommen. Wenn sie am neuen Airport in Schönefeld bauen, mieten oder einfach nur für sich werben wollen, bringen sie schließlich Geld in die Kassen der Flughafengesellschaft. Und wahrscheinlich finden auch deutsche Renommiermarken zunehmend Gefallen am neuen Flughafen und den vielen Millionen Passagieren, die jedes Jahr den Hauptstadt-Airport nutzen werden.

Am Mittwoch jedenfalls kündigte die Berliner Mercedes-Benz-Niederlassung der Daimler AG an, sich in Schönefeld werbewirksam etablieren zu wollen, einen zweistelligen Millionenbetrag zu investieren und 100 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Der Flughafen sei ein „Freifahrtschein für die Zukunft“, sagte Niederlassungsleiter Walter Müller bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages. Vorgesehen ist, dass das Unternehmen einen „Servicepoint“ direkt am Terminal einrichtet. Dort sollen die Flugreisenden ihren Mercedes einfach abgeben können, damit dieser während der Zeit ihrer Abwesenheit repariert oder gewartet wird, erläuterte Müller das wahrscheinlich einmalige Branchenkonzept.

Auch Bayer-Schering ist dabei

Dazu gehört ein eigenes, fünfgeschossiges Gebäude, das Mercedes bis Jahresende in zwei Kilometer Entfernung auf einer Gewerbefläche in der Gemeinde Schönefeld bauen will. Dort soll nicht nur die Werkstatt, sondern auch ein 2 500 Quadratmeter großer Autosalon Platz finden. Mehr als 100 Ausstellungsfahrzeuge würden dort gezeigt, sagte Müller. Das Gebäude aus Glas und Beton befindet sich dicht an der Autobahn A.113 – und werde natürlich schon von weitem gut zu sehen sein, versicherte er.

Gut zu sehen sein sollen auch die vielen anderen Werbebotschaften, mit denen sich Mercedes am Flughafen präsentiert. Allein acht 35 Meter hohe Stelen, jeweils mit einem Riesenstern an der Spitze, werden die Zufahrt zum Terminal säumen. Und fast über die gesamte Breite des Abfertigungsgebäudes darf das Unternehmen ein 190 Meter langes Digitalband anbringen, das mit einer Laufschrift eigene Nachrichten verbreitet. Auch in der Halle ist die Firma mit Werbung vertreten.

Dem Flughafen bringt der auf zehn Jahre abgeschlossene Vertrag jährlich mehr als eine Million Euro ein. „Unsere wenigen Werbeflächen wollen wir natürlich exklusiv vermarkten“, sagte Flughafenchef Rainer Schwarz. Auch mit Bayer-Schering sei schon ein Kooperationsvertrag geschlossen worden, mit anderen Partnern wie Siemens und der Deutschen Bank sei der Flughafen im Gespräch.

Auch Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck lobte die Mercedes-Pläne. Die Hoffnungen auf wirtschaftliche Erfolge, die mit dem Flughafen verbunden sein, würden sich erfüllen.

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