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Missbrauchsfall: Berliner Charité überprüft 1000 Mitarbeiter

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Die Charité in Berlin.
Die Charité in Berlin.
Foto: Getty

Nach dem Verdacht auf Missbrauch einer 16 Jahre alten Patientin zieht die Leitung des Berliner Krankenhauses Charité offenbar erste Konsequenzen. Bei 13.000 Mitarbeitern seien Verfehlungen aber nur schwer zu verhindern.

Die Charité reagiert. Und das, schneller als erwartet. Nach dem Missbrauchsfall, der die Charité seit mehr als zwei Wochen beschäftigt, sollen jetzt mehr als 1000 Mitarbeiter, Ärzte wie Pfleger, Krankenschwestern sowie weiteres Personal überprüft werden. Der Klinikums-Vorstand will für alle Beschäftigen von Kinderklinik und Psychiatrie erweiterte polizeiliche Führungszeugnisse verlangen.

Damit reagiert die Klinikumsleitung auf die massive Kritik, die in Bezug auf ihren Umgang mit einem Missbrauchsvorwurf gegen einen Pfleger der Kinderrettungsstelle laut geworden war. Wie berichtet, soll der Mann vor zwei Wochen eine 16-jährige Patientin während der Behandlung missbraucht haben.

Am Dienstag legte der Vorstand des Berliner Universitätsklinikums außerdem einen Acht-Punkte-Plan vor, mit dem jetzt die internen Strukturen verbessert werden sollen. Die Maßnahmen, die der Vorstand vorschlägt, erfolgen auf eine Vorgabe der Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hin, die Konsequenzen verlangt hatte. Sie richten sich auf die Zukunft und sollen künftig ähnliche Vorfälle verhindern. Danach soll ein Kinder- und Jugendschutzmodell eingeführt werden, das unter anderem die Bildung einer interdisziplinären Kinderschutzgruppe sowie eine Beratung im Verdachtsfall vorsieht.

Die Charité geht zudem davon aus, dass bei 13.000 Mitarbeitern Verfehlungen schwer zu verhindern seien und die Zahl nicht registrierter Vorfälle vermutlich erheblich sei.

Im Detail schlägt der Vorstand um Chef Karl Max Einhäupl vor, ein Präventionskonzept für die Charité in Bezug auf sexuellen Missbrauch zu erarbeiten. Verdachtsfälle sollen unkomplizierter und vor allem auch anonym gemeldet werden können. Es sollen Vertrauenspersonen etwa in Form einer Ombudsstelle benannt wie auch externe Möglichkeiten geschaffen werden, um Verdachtsfälle melden zu können. Mit einer internen Kampagne soll die Sensibilität für Probleme bei den Mitarbeitern geschärft werden. Zurück liegende Fälle und der Umgang damit soll analysiert werden.

Die Klinikumsleitung will klare Handlungsanweisungen für die Führungsebene auf den Stationen vorgeben, damit Informationen über Verdachtsfälle nicht versickern können, wie es offenbar im aktuellen Fall geschehen ist. Wie berichtet war der Pfleger bereits in den vergangenen Jahren wiederholt sexueller Übergriffe beschuldigt worden, ohne dass es Konsequenzen gegeben hätte.

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