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Mit oder ohne Olympia in Berlin: 5000 Wohnungen auf dem Flughafen Tegel

Im nördlichen Teil des Flughafens Tegel sollen für Olympia Sporthallen und Sportplätze entstehen. Ein Teil der Anlagen soll nach den Spielen durch die Berliner weiter genutzt werden, der andere Teil soll zurückgebaut werden.

Im nördlichen Teil des Flughafens Tegel sollen für Olympia Sporthallen und Sportplätze entstehen. Ein Teil der Anlagen soll nach den Spielen durch die Berliner weiter genutzt werden, der andere Teil soll zurückgebaut werden.

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Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Auf dem stillgelegten Flughafen Tempelhof dürfen keine Wohnungen gebaut werden – dafür sollen umso mehr auf dem Areal des Flughafens Tegel entstehen. Ursprünglich waren in Tegel nur 1 000 neue Wohnungen geplant, jetzt sollen im Zuge der Bewerbung Berlins um die Olympischen Spiele im Jahr 2024 rund 5 000 Wohnungen dort errichtet werden.

Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) sagte am Montag bei der Vorstellung der Pläne, dass das Wohngebiet „in jedem Fall“ entwickelt werde. Unabhängig davon, ob die Olympischen Spiele in Berlin ausgetragen werden oder nicht. Denn der Wohnraum werde benötigt. Bekomme die Stadt die Spiele, werde dies aber einen besonderen „Schub“ auslösen. Die Wohnungen würden dann schneller gebaut. Bereits 2019/20 soll der Bau beginnen, um das Dorf rechtzeitig zu den Spielen 2024 fertigzustellen.

BER muss fertig sein

Bevor die Zukunft in Tegel beginnen kann, muss der neue Großflughafen BER in Schönefeld fertig sein. Das ist nach den letzten Aussagen im zweiten Halbjahr 2017 geplant. Bau-Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup, designierter neuer Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft, zeigte sich bei der Tour in Tegel zuversichtlich. „Ich bin mir sicher, dass wir den BER rechtzeitig eröffnen werden“, sagte er.

Das Olympische Dorf soll am östlichen Rand des Flughafenareals in Tegel entstehen – unweit des Kurt-Schumacher-Platzes. Der Standort sei „gar nicht weit draußen“, sagte der Stadtentwicklungssenator. Bis zum Olympiastadion betrage die Fahrzeit 15 Minuten. Mit der U-Bahn sei man in einer Viertelstunde an der Friedrichstraße.

Im Olympischen Dorf sollen während der Spiele rund 17 500 Sportler und Funktionäre wohnen. Mindestens 25 Prozent der Wohnungen müssen barrierefrei sein. Später werden in dem neuen Wohngebiet schätzungsweise 10 000 Menschen leben, sagte Lütke Daldrup. Die Baukosten für die Wohnungen werden vom Land Berlin auf eine Milliarde Euro geschätzt. Gebaut werden sollen die Wohnungen von landeseigenen Wohnungsunternehmen und von privaten Bauträgern. 25 bis 50 Prozent der Wohnungen sollen sozial gefördert werden. Das bedeutet, dass die Wohnungen mit niedrigeren Mieten einkommensschwächeren Haushalten zur Verfügung stehen.

Die Baukosten für die Wohnungen des Olympischen Dorfes sollen von den Wohnungsunternehmen aufgebracht werden. Auf das Land Berlin kommen jedoch Ausgaben von rund 245 Millionen Euro für die Erschließung des Areals und den Bau von Einrichtungen zu, die nach den Spielen weiter genutzt werden, zum Beispiel als Kita. Diese Ausgaben sollen zum Teil durch Einnahmen aus dem Verkauf der Grundstücke finanziert werden. 84 Prozent der Flächen gehören dem Land Berlin, die restlichen 16 Prozent dem Bund. Weitere Ausgaben in Höhe von 145 Millionen Euro für den Bau und Rückbau temporärer Bauten werden vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) finanziert.

Spurgelenkte Bussysteme

Die Idee, auf dem Areal des Flughafens Tegel einen Forschungs- und Industriepark für Zukunftstechnologien anzusiedeln, wird parallel zu den Olympia-Plänen weiterverfolgt. Während das Dorf eine Größe von 50 Hektar haben soll, sind für den Forschungs- und Industriepark, den die Planer Urban Tech Republic (UTR) nennen, rund 200 Hektar vorgesehen. Weitere gut 200 Hektar sind als Freifläche reserviert. Abstriche bei den Flächen für Forschung und Industrie soll es nicht geben.

„Das Olympische Dorf ergänzt die Planungen für die UTR in idealer Weise“, sagt Philipp Bouteiller, Geschäftsführer der Tegel Projekt GmbH. „Es bietet uns die Chance, die erforschten Technologien direkt im Dorf umzusetzen.“ Denkbar ist laut Lütke Daldrup etwa die Planung eines autoarmen Quartiers und der Einsatz spurgelenkter Bussysteme. Darunter versteht man Busse, die auf festen Trassen verkehren.



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