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Moderne Unterkünfte für Flüchtlinge aus Stahl und Glas

Moderne Architektur: So sollen die Flüchtlings-Unterkünfte aussehen.

Moderne Architektur: So sollen die Flüchtlings-Unterkünfte aussehen.

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Heimat2

Unterkünfte für Flüchtlinge müssen nicht automatisch hässlich sein, nur weil der Bau preiswert sein soll. Dass es anders geht, zeigt der Entwurf des Architekten Wolfram Putz von Graft Architekten. Er schlägt vor, Unterkünfte für Flüchtlinge in einem viergeschossigen Gebäude aus Glas und Stahl zu errichten. Durch Vorsprünge in der Fassade entsteht dabei ein sehenswertes Haus in moderner Architektur.

„Unser Anspruch ist, nicht nur Wohnplätze, sondern lebenswerte Wohndörfer mit Modellcharakter zu bauen“, sagte Putz am Dienstag bei der Vorstellung der Pläne. Um die Ideen umzusetzen, hat sich das Architekturbüro Graft, das durch seine Kontakte zum Schauspieler Brad Pitt bekannt wurde, mit Experten aus den Bereichen der Projektentwicklung und Kommunikation zum Unternehmen Heimat2 zusammengeschlossen. Das Konzept von Heimat2 sieht vor, pro Standort 200 bis 600 Menschen unterzubringen.

Die Wohngebäude sollen aus einzelnen Stahlmodulen zusammengesetzt werden. In einer Zeit von fünf bis acht Monaten könnten die Häuser stehen, sagte Gerd Ellinghaus, Geschäftsführer der Firma Comterra Care, die zu den Gründern von Heimat2 gehört. Die Kosten für einen Quadratmeter Wohnfläche sollen sich auf 1510 Euro belaufen. Pro Person stehen 7,5 Quadratmeter Fläche in den Gemeinschaftsunterkünften zur Verfügung. Inklusive der Gemeinschaftsflächen kostet ein Wohnplatz 18.600 Euro. Die Häuser sind damit etwas billiger als die modularen Unterkünfte für Flüchtlinge, die der Senat in Berlin bauen will. Je nach Belegung kostet hier ein Platz zwischen 26.900 und 35.000 Euro.

Spätere Nutzung für Studenten

Beim Malteser Hilfsdienst, der deutschlandweit mehrere zehntausend Flüchtlinge beherbergt, erhalten die Pläne von Heimat2 Unterstützung. „Die Gebäude sehen wertig aus“, sagte Malteser-Sprecher Matthias Nowak. Dies wirke sich automatisch auf die Bewohner aus. Sie würden sich anders verhalten.

Später, wenn die Flüchtlingskrise vorbei ist, können in den Unterkünften Studenten oder Senioren einziehen. Möglicherweise sind die Häuser von Heimat2 schon bald in der Hauptstadt zu sehen. Derzeit laufen Gespräche für drei Projekte in Berlin.



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