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Monument in Berlin-Mitte: Neues Luther-Denkmal könnte zu spät fertig sein

Luther steht schon, aber an der Nordseite der Kirche, am falschen Ort.

Luther steht schon, aber an der Nordseite der Kirche, am falschen Ort.

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Berliner Zeitung/Gerd Engelsmann

Neben der Marienkirche in Mitte soll ein neues Luther-Denkmal entstehen. Der evangelische Kirchenkreis Berlin Stadtmitte hat dafür jetzt einen mit dem Senat abgestimmten Wettbewerb gestartet, an dem sich Architekten, Künstler und Landschaftsarchitekten beteiligen können. Mehr als 40 Teams haben bereits signalisiert, dass sie einen Entwurf erarbeiten wollen. Das neue Denkmal sollte eigentlich schon im kommenden Jahr fertiggestellt werden. Denn die Anlage ist als Berlins Beitrag zum Luther-Jahr 2017 vorgesehen, dem 500. Jahrestag der Reformation. Doch das Projekt hat ein Jahr Zeitverzug.

Die neue Anlage soll am Standort des alten wilhelminischen Denkmal-Komplexes entstehen, der zu Ehren des Reformators Martin Luther (1483–1546) auf dem Neuen Markt unweit der heutigen Karl-Liebknecht-Straße 1895 errichtet wurde. Von dem Monument, dessen Fundament sieben mal sieben Meter groß war, ist nur noch die Skulptur Luthers erhalten. Sie wurde erst 1989 von DDR schlecht sichtbar an der Nordseite der Kirche wieder aufgestellt. Die Begleitfiguren von Mit-Reformatoren wurden schon im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen.

Stadtdebatte sollte nicht gestört werden

„Wir wollen keine Rekonstruktion des alten Denkmals“, sagt Superintendent Bertold Höcker. Die Kirche erwartet vielmehr von Architekten und Künstlern eine zeitgenössische Interpretation Luthers. Die Wettbewerbsunterlagen schreiben dabei vor, dass die vorhandenen Reste des alten Denkmals etwa die im November 2014 wiederentdeckten Fundamente einbezogen werden. Bis März sollen erste Entwürfe vorliegen, bis Juli der Wettbewerb entschieden sein. Das ist jedoch ein Jahr später als geplant.

Zu dem Zeitverzug kam es, weil das Luther-Denkmal die 2015 geführte Stadtdebatte zur historischen Mitte nicht stören sollte. Der Senat diskutierte dabei mit Bürgern, ob das Areal zwischen Fernsehturm und Spree historisierend bebaut oder als Freifläche erhalten bleiben soll.

Ob das neue Denkmal bis zum Reformationstag am 31. Oktober 2017 steht, ist allerdings fraglich. „Der Zeitplan ist sehr ambitioniert“, sagt Superintendent Höcker. Sollte es nicht geschafft werden, könnte zumindest eine Stele mit dem neuen Entwurf aufgestellt werden. Die Kosten für das Denkmal werden auf bis zu 900.000 Euro geschätzt.