13.02.2012

Nach Streit im Drogenmilieu: Frau lebte bei Leiche

Von Lutz Schnedelbach
Polizisten der Spurensicherung verlassen ein Wohnhaus in der Denkstrasse in Berlin - Steglitz, in dem am Sonntag ein toter Mann gefunden wurde. Die Leiche sei in einer Wohnung in der Denkstraße entdeckt worden, teilte die Polizei am Montag mit. Nach bisherigen Erkenntnissen gehen die Ermittler von einem Tötungsdelikt aus. Die Mordkommission ermittelt.
Polizisten der Spurensicherung verlassen ein Wohnhaus in der Denkstrasse in Berlin - Steglitz, in dem am Sonntag ein toter Mann gefunden wurde. Die Leiche sei in einer Wohnung in der Denkstraße entdeckt worden, teilte die Polizei am Montag mit. Nach bisherigen Erkenntnissen gehen die Ermittler von einem Tötungsdelikt aus. Die Mordkommission ermittelt.
Foto: dapd
Berlin –  

Offenbar war ein Streit im Drogenmilieu das Motiv für den Mord. Die frühere Freundin des Toten wurde nach dem Knochenfund festgenommen.

In einer Wohnung in der Denkstraße in Steglitz ist am Sonntagabend ein toter Mann entdeckt worden. Offenbar ging es um einen Streit im Drogenmilieu. Bei dem Toten handelt es sich um den 47 Jahre alten Wohnungsinhaber Uwe B.. Seine Schwester hatte wochenlang kein Lebenszeichen von ihrem Bruder gehört. Deshalb war sie am Sonntagabend in seine Wohnung gefahren. Dort entdeckte sie den bereits zum Teil verwesten Toten. Wegen der sichergestellten Spuren gehe man von einem Verbrechen aus, hieß es bei der Polizei.

Uwe B. lebte allein. Nach Informationen von Bekannten soll er in Drogengeschäfte verwickelt gewesen sein. In der Jugend habe er eine Fleischer-Lehre begonnen. Die brach er jedoch ab. Irgendwie habe er sich seitdem so durchs Leben gemogelt, heißt es. Nachbarn sagen, seine Schwester, die auf einem städtischen Friedhof arbeite, sowie seine Mutter hätten sich mehr oder weniger um ihn gekümmert. Zu den Todesumständen sagte die Polizei nichts.

Uwe B. ist seit einiger Zeit den Sicherheitsbehörden wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie wegen Verkehrsdelikten bekannt. Ein einflussreicher Dealer sei er aber nicht gewesen, sagen Fahnder. Die Mordkommission hat noch keinen Hinweis zum Täter. Am Montag suchten Techniker in der Wohnung des Terrarienfans und Besitzers mehrerer Leguane erneut nach Spuren. Im Fall der gefundenen Menschenknochen in einer Wohnung in der Emser Straße in Neukölln am Freitagabend dagegen ist die Mordkommission einen Schritt weiter gekommen. Sie hat inzwischen eine tatverdächtige Frau festgenommen.

Bei Entrümpelung Leiche entdeckt

Wie berichtet, hatten Mitarbeiter einer Entsorgungsfirma bei der Entrümplung einer Hinterhauswohnung eine skelettierte Leiche entdeckt. Die Knochen lagen zwischen Kartons, Abfalltüten und Müll. Der Tote ist der alte Wohnungsinhaber Wolfgang L.. Am Sonntagabend nahmen die Beamten die 52-jährige Astrid T. fest. Die obdachlose Frau soll die frühere Freundin von Wolfgang L. sein. Das hat sie bei ihrer Vernehmung gesagt. Die Ermittler waren mit einem Foto, auf die Obdachlose gekommen. Nachbarn hatten sie darauf wiedererkannt. Nach den jetzigen Ermittlungen steht fest, dass die Leiche zerteilt worden ist. Unklar ist die Todesursache. Bislang war von einem Verbrechen ausgegangen worden. Astrid T. soll zugegeben haben, die Leichenteile in Säcke verpackt zu haben. Dass sie ihren Freund getötet hat, streitet sie ab. Fest steht, dass sie sich regelmäßig in der Wohnung aufhielt. Polizisten vermuten, dass Wolfgang L. seit 2010 tot ist. Damals war er 55 Jahre alt und offiziell zuletzt gesehen worden. In jenem Jahr hatte er eine Ersatzfreiheitsstrafe abgesessen. Seitdem sei er nicht mehr gesehen worden, sagen Anwohner. Ein Haftbefehl gegen Astrid wurde nicht beantragt. Ein Gutachter lehnte die Einlieferung in eine psychiatrische Klinik ab. Sie ist auf freiem Fuß.

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