Die Charité hat ihre nichtmedizinischen Leistungen wie Gebäudemanagement oder Verpflegung in dem Uniklinikum für weitere sechs Jahre an ihre umstrittene Tochtergesellschaft CFM vergeben, an der zu 49 Prozent die Firmen Dussmann, Vamed und Hellmann beteiligt sind. Der Beschluss des Aufsichtsrats vom Montagabend stieß unter den Beschäftigten auf massive Kritik.
„Das ist eine unsägliche Entscheidung“, kommentierte Christoph Berndt, Chef des Fakultätspersonalrats der Charité. Der Krankentransport, aber auch OP-Bereiche würden leiden, seitdem die CFM zuständig sei. So würden Aufgaben wie die Zentralsterilisation von Instrumenten wegen Personalmangels nur nachlässig erledigt. Die Beschäftigten würden ständig ausgetauscht, zudem würden nicht qualifizierte Leiharbeiter eingesetzt.
Die CFM war auch für Hygienemängel verantwortlich gemacht worden, nachdem vor einigen Wochen mehrere Babys infolge eines Keimausbruchs auf den Frühgeborenenstationen im Virchow-Klinikum der Charité erkrankt waren. Bereits am Nachmittag hatten Mitarbeiter der CFM für ihre Wiedereingliederung in die Charité demonstriert. Sie erreichten ein Teilziel: So soll in der CFM nun ein Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde durchgesetzt werden. Die 2600 Beschäftigten der CFM hatten im vergangenen Jahr drei Monate lang gegen Dumpinglöhne gekämpft.
Ein weiterer Tagesordnungspunkt in der Aufsichtsratssitzung war der Fall eines Pflegers, der eine 16-jährige Patientin missbraucht haben und bereits zuvor wegen ähnlicher Übergriffe auffällig geworden sein soll. Das mutmaßliche Opfer hat sich bislang nicht bei der Staatsanwaltschaft gemeldet. Am Montag erschien das Mädchen trotz Vorladung nicht zu einer zeugenschaftlichen Vernehmung bei der Staatsanwaltschaft.
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