09.11.2011

Neo-Nazis unter Verdacht: Brandanschlag auf Jugendclub in Neukölln

Von Lutz Schnedelbach
Das Jugendhaus nach dem Anschlag, der am Jahrestag der Pogromnacht von 1938 erfolgte.
Das Jugendhaus nach dem Anschlag, der am Jahrestag der Pogromnacht von 1938 erfolgte.
Foto: Die Falken
Berlin –  

Auf einen linken Jugendclub in Neukölln ist ein Brandanschlag verübt worden. Die Inhaber des Hauses vermuten Neo-Nazis hinter der Tat, die auf den Jahrestag der Pogromnacht von 1938 fällt.

Auf das Anton-Schmaus-Haus der linken Jugendorganisation „Falken“ in Neukölln ist heute Morgen ein Brandanschlag verübt worden. Das bestätigte die Polizei auf Anfrage. Bauarbeiter, die das derzeit leerstehende Gebäude sanieren, bemerkten die Flammen gegen 7.20 Uhr und alarmierten die Feuerwehr. Die Polizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus, weil der Brand an mehreren Stellen ausgebrochen ist. Bei dem Feuer entstand hoher Sachschaden. Menschen waren nicht in Gefahr. Inzwischen hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.

Die Polizei schließt nicht aus, dass Mitglieder der rechten Szene den Anschlag verübt haben. Bereits in der Nacht zum 27. Juni dieses  Jahres war in dem Gebäude ein feuer gelegt worden. Das Haus sollte am 4. Dezember wiedereröffnet werden. Die Arbeiten zur Instandsetzung waren noch in vollem Gange. Das Haus kann nun für längere Zeit nicht genutzt werden..

Die Polizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus, weil der Brand an mehreren Stellen ausgebrochen ist.
Die Polizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus, weil der Brand an mehreren Stellen ausgebrochen ist.
Foto: Die Falken

Brutalität der Neo-Nazis 

Karsten Thiemann, Vorsitzender der SJD-Die Falken Neukölln, erklärte: „„Wir sind entsetzt über die Brutalität und Rücksichtslosigkeit der Rechtsextremisten und über die offensichtliche Hilflosigkeit der Politik. Um demokratische Kinder- und Jugendarbeit zu verhindern, scheuen die Verbrecher nicht davor zurück, Menschenleben zu riskieren, im Gegenteil: Sie nehmen Verletzung und Tod bewusst in Kauf. Nichts aber auch gar nichts unterscheidet die Neo-Nazis von heute von den Brandstiftern des 9. November 1938.“

 Die SPD und CDU forderte er nachdrücklich auf, in den Berliner Koalitionsverhandlungen konkrete Schritte zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und zur Stärkung demokratischer Jugendarbeit zu beschließen. Dazu brauche es mehr, als nur Lippenbekenntnisse.

 „Wir werden unsere Arbeit für die Demokratie und eine gerechtere Gesellschaft nicht aufgeben.“ so Thiemann weiter. „Diese Arbeit wird weiterhin gewaltfrei bleiben, aber wir brauchen endlich klare Signale und Maßnahmen der Politik, die beweisen, dass der Staat nicht länger bereit ist, den Nazi-Terror hinzunehmen.“

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