11.01.2012

Neubau am Fernsehturm: Nach Alexa kommt Alea

Von Uwe Aulich
Das neue Geschäftshaus wird mit sehr dunkel wirkendem Glas verkleidet: Alea soll es heißen - das ist Latein und heißt Würfel.
Das neue Geschäftshaus wird mit sehr dunkel wirkendem Glas verkleidet: Alea soll es heißen - das ist Latein und heißt Würfel.
Foto: Redevco
Berlin –  

Neuer Geschäftswürfel in Mitte: Alea heißt ein Neubau der C&A-Familie Brenninkmeijer - und er könnte eine Debatte um die Fläche am Fernsehturm entfachen.

Der Name „Alea 101“ für das neue Geschäfts- und Wohnhaus neben dem Fernsehturm, für das noch in diesem Frühjahr der Baustart erfolgen soll, ist ein Kunstname. Aber er macht Sinn: Alea steht nicht etwa wie beim benachbarten Einkaufszentrum Alexa für den nahen Alexanderplatz, sondern ist Latein und heißt schlicht Würfel. Und die 101 soll daran erinnern, dass am Standort Rathaus-/Ecke Gontardstraße vor 101 Jahren, also 1911, das erste Kaufhaus der Familie Brenninkmeijer (C&A) in Deutschland eröffnete.

Zwar wurde das Kaufhaus in den 1950-Jahren abgerissen, aber die Familie hat ihr historisches Grundstück in Mitte nicht vergessen. Von ihrem Unternehmen Redevco lässt sie nun in den kommenden zwei Jahren den neuen Geschäftswürfel errichten. 30 Meter hoch wird er werden, auf vier Geschossen soll es Läden geben, im Erdgeschoss ist Gastronomie vorgesehen. Details will eine Redevco-Sprecherin nicht nennen, solange die Verhandlungen mit Mietinteressenten noch laufen. Ein C&A-Kaufhaus werde es aber nicht werden, sagte sie. Das Haus eigne sich auch für einen einzelnen Nutzer, etwa einen Flagship-Store. Für die beiden oberen, leicht verschobenen Etagen sind die Planungen noch nicht abgeschlossen. Dort sollen Büros und einige Wohnungen entstehen. Bei ersten Überlegungen vor gut zwei Jahren war von bis zu 220 Quadratmeter großen Maisonette-Wohnungen die Rede.

So soll das neue Geschäftshaus einmal aussehen, das an der Gontardstraße unmittelbar am Kino Cubix errichtet wird, links steht der Bahnhof, rechts der Fernsehturm. Das Gebäude wird mit sehr dunkel wirkendem Glas verkleidet, soll aber trotzdem bunt (blau, rot, grün) sein.
So soll das neue Geschäftshaus einmal aussehen, das an der Gontardstraße unmittelbar am Kino Cubix errichtet wird, links steht der Bahnhof, rechts der Fernsehturm. Das Gebäude wird mit sehr dunkel wirkendem Glas verkleidet, soll aber trotzdem bunt (blau, rot, grün) sein.
Foto: Archimation

Fünf Millionen Euro für Grünanlagen und Plätze

Mit dem Neubau, der nach einem Entwurf des Berliner Architektenbüros Sauerbruch Hutton entsteht, verschwindet ein Teil der Grünanlagen, die mit der Gestaltung rings um den Fernsehturm Ende der 60er-Jahre angelegt wurden. Laut Mittes Baustadtrat Carsten Spallek (CDU) müssen dort in der kommenden Woche 42 Bäume gefällt werden. Zugleich könnte das Würfel-Haus erneut eine Debatte über eine Neugestaltung des durch großzügige Freiflächen geprägten Rathausforums zwischen S-Bahnhof Alexanderplatz und Spandauer Straße entfachen. Der frühere Senatsbaudirektor Hans Stimmann wollte die DDR-Gestaltung über Bord werfen und das Gebiet wieder nach historischem Vorbild eng bebauen.

Alles neu in und um den Fernsehturm

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Von dieser Idee hat sich der Senat inzwischen verabschiedet und 2009 Grundsätze für das Rathausforum einschließlich des Marx-Engels-Forums beschlossen, wonach die Freiräume die Grundlagen der weiteren Planungen sein sollen. Neubauten etwa entlang der Rathausstraße oder der Karl-Liebknecht-Straße sind aber nicht ausgeschlossen. Über Konzepte will die neue rot-schwarze Koalition in den kommenden Jahren nachdenken und diskutieren. Die Zeit drängt dabei nicht, weil bis 2019 das Areal insbesondere am Roten Rathaus Baustelle für die Verlängerung der U-Bahnlinie 5 ist.

Zumindest die Grünanlagen und Plätze direkt am Fernsehturm bringt der Bezirk Mitte aber schon jetzt in Ordnung – für fünf Millionen Euro. Am Kaskadenbrunnen sind bereits neue Bodenplatten verlegt. Man könnte sie als Anti-Kaugummi-Platten bezeichnen, weil sie mit Teflon beschichtet sind, damit keine Kaugummireste kleben bleiben und für hässliche schwarze Flecken wie auf dem Alexanderplatz sorgen. „Bisher funktioniert das sehr gut“, sagt Landschaftsarchitektin Martina Levin, die die Planung erarbeitet hat. Bis zum Jahresende sollen auch die übrigen Flächen erneuert und Bänke aufgestellt werden. Die Würfel-Baustelle stellt laut Levin allerdings eine kleine Behinderung dar. Der Vorplatz vor dem Haupteingang zum Fernsehturm werde zwar fertiggestellt, die Flächen unmittelbar am Geschäftshaus könnten aber erst 2014 hergerichtet werden.

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