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Neubau in Berlin-Lichtenberg: Für Studenten werden 800 Wohnungen gebaut

So soll das erste Studentenwohnhaus aussehen, wenn es fertig ist.

So soll das erste Studentenwohnhaus aussehen, wenn es fertig ist.

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Homepoint/Stoebe

Rund 20 Quadratmeter Durchschnittsgröße, eine Kochnische plus Bett und Schreibtisch – so sollen die Studentenappartements aussehen, die an der Alfred-Jung-Straße in Lichtenberg entstehen. Außerdem wird es gemeinsame Waschküchen und einen Empfang geben. Baustart ist in diesen Tagen. In einem ersten Bauabschnitt errichtet die Homepoint Gruppe einen 13-geschossigen Neubau mit 425 Studentenwohnungen. Im Mai sollen dann die Arbeiten für einen zweiten Bau beginnen, ähnlich hoch und mit 350 Wohnungen. Wie teuer die Miete sein wird, sei noch nicht bekannt, heißt es bei der Agentur Stöbe, die das Projekt betreut. Mit der Vermietung soll eine gemeinnützige Stiftung beauftragt werden.

Großer Nachholbedarf

Die Homepoint Gruppe hat bisher eher durch Loft-Projekte in alten Industriegebäuden von sich Reden gemacht, wie die PianoLofts in Kreuzberg und das historische Post- und Telegrafenbauamt in Mitte. Mit dem Neubauprojekt in Lichtenberg reagiert Firmeninhaber Robert Besir auf die große Nachfrage nach Studentenwohnungen. „In diesem Segment gibt es dringenden Nachholbedarf“, so Besir. Zudem steigt die Zahl der Studenten in Berlin stetig – rund 175.000 sind es zurzeit.

Das Wohngebiet am Fennpfuhl ist aus Sicht des Unternehmens für Studenten gut geeignet. Lichtenberg ist bei jungen Leuten beliebt, der S-Bahnhof Storkower Straße sei nicht weit entfernt und die Szenebezirke Friedrichshain und Prenzlauer Berg schnell zu erreichen.

In der Nachbarschaft stießen die Pläne zunächst auf Kritik. Besir hatte auch Sportanlagen wie ein Volleyballfeld vorgesehen. Bei einer Anwohnerversammlung hieß es, man befürchte Lärmbelästigungen. Es seien außerdem zu wenig Parkplätze eingeplant. Studenten benötigten eben kaum Pkw-Stellplätze, argumentierte das Unternehmen.

Die Pläne für Sportanlagen sind mittlerweile vom Tisch. Auch aus Kostengründen. Doch der Investor habe sich generell kompromissbereit gezeigt, sagt Wilfried Nünthel, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung (CDU). So seien umstrittene Anbauten für Fahrräder gestrichen worden. Ein Supermarkt, der für das zweite Haus abgerissen wird, soll später im Neubau wieder eröffnen.

Studenten beleben das Viertel

Keine Abstriche gab es bei der Größe des Projekts, obwohl viele Anwohner kleinere Häuser besser fänden. In diesem Punkt müsse der Investor auch nicht einlenken, sagt Nünthel, die geplante Größenordnung sei zulässig. Angesichts des steigenden Wohnungsbedarfs sei eine gewisse Verdichtung durch Neubauten auch nicht zu vermeiden – „wissend, dass sich dadurch der Blick aus dem Fenster für manchen ändert“. Wenn tatsächlich zahlreiche Studenten in die neuen Wohnungen einziehen, wäre das eine Belebung für das Gebiet, sagt Nünthel. Wenn nicht, fände er das auch nicht so schlimm. Dann könnten andere Wohnungssuchende von dem Angebot profitieren. Denn der Anteil an Ein-Raum-Wohnungen sei im Bezirk relativ gering.